Nachgefragt: « Wie steht es um die Kinderbetreuung von Kindern mit Beeinträchtigung? »

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Sehr geehrter Herr Minister,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, 

Als Anhang an die Regierungserklärung, die am 17. September im Plenum vorgetragen wurde, wurde uns ebenfalls eine Aktualisierung der Arbeitsschritte der zweiten Umsetzungsphase des REK übermittelt. Das REK ist und bleibt das Herzstück und Leitbild der laufenden Legislaturperiode.

Im Fortschrittsbericht steht geschrieben, dass die Sensibilisierung, sowie die Weiterbildung der in der Kinderbetreuung tätigen Personen in Bezug auf die Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigung im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen wurde. Diesen inklusiven Ansatz können wir als PFF-Fraktion nur befürworten, um ein Miteinander statt ein Nebeneinander zu fördern. Das eigene Kind betreuen zu lassen und in fremde Hände zu geben, braucht Vertrauen in das Betreuungspersonal.

Meine Fragen nun an Sie, werter Herr Minister:

– Können Sie uns nähere Auskünfte über diesen Arbeitsschritt geben? Wie gestaltete sich die obengennante Sensibiliserung und Weiterbildung der in der Kinderbetreuung tätigen Personen?

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.

Evelyn JADIN
Gemeinschaftsabgeordnete (PFF)

Antwort des Ministers

Die Förderung der Inklusion in der Kinderbetreuung ist ein wichtiges Anliegen. Es geht um Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Aus diesem Grund haben wir dieses Projekt ins Regionale Entwicklungskonzept aufgenommen.
Das RZKB und die DSL arbeiten seit 2017 mit finanzieller Unterstützung der DG an der Sensibilisierung und Weiterbildung des Betreuungspersonals in der außerschulischen Betreuung. Auch die CAP48 beteiligt sich an der Finanzierung.
Die DSL coacht das Personal fachlich. Die Betreuerinnen sollen Wissen und Erfahrungen im Umgang mit den betreuten Kindern aneignen und sich in ihrer Tätigkeit sicherer fühlen.
Das RZKB beschäftigt eine zusätzliche Erzieherin, die während des Coachings zusätzlich die Betreuung der Kinder gewährleistet.
Das Projekt begrenzte sich während der ersten Pilotphase auf die Standorte der außerschulischen Betreuung unter der Trägerschaft des RZKB.

Während dieser Pilotphase gab es:
– 5 Anfragen aus 4 verschiedenen Standorten;
– 6 Coachings, Weiterbildungen, Supervisionen und Sensibilisierungsmaßnahmen durch die DSL und für jede Anfrage ein Elterngespräch;
– 2 Sensibilisierungsgespräche des RZKB mit den anderen Kindern im betroffenen AUBE Standort;
– 3 Anfragen für spezifisches Material durch das RZKB.
Insgesamt haben die beiden Vertragspartner 110 Stunden zur Sensibilisierung, Weiterbildung sowie Supervision des Personals in den betroffenen AUBE-Standorten genutzt.
Die Rückmeldungen waren positiv, sodass die Regierung beschlossen hat, die Pilotphase um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2019 zu verlängern. Aktuell werden die neuen Rahmenbedingungen mit den verschiedenen Vertragspartnern besprochen. So haben die Akteure den Wunsch geäußert, das Pilotprojekt auf weitere Kinderbetreuungsformen auszudehnen (konventionierte Tagesmütter/väter und Kinderkrippen). Außerdem soll das fachliche Knowhow für Kinder im Alter von 0-6 Jahren durch den neuen Vertragspartner der Frühhilfe Ostbelgien VoG eingebracht werden.