WDP Monat Juni: « Mehr Familie und mehr Gleichgewicht »

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Ein Leben zwischen Beruf, Familie, Erziehung und Haushalt – ein bekanntes Szenario und der ganz normale Wahnsinn für Mütter und Väter. Da bleibt die Frage offen, wie der Spagat zwischen Familie und Beruf im rasanten Alltag gelingen kann.  Wie kann das funktionieren? 

In Zeiten des Fachkräftemangels gehört Familienfreundlichkeit heutzutage zu einer modernen Unternehmensstrategie dazu, wenn man attraktiv auf Fach- und Führungskräfte wirken will. Fakt ist: eine familienfreundliche Unternehmenspolitik stellt einen entscheidenden Standortfaktor dar. Auch ostbelgische Unternehmen haben die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben fest im Blick und setzen vermehrt auf flexible Arbeitszeiten, die Gewährung von Zeitkrediten oder aber Teilzeitarbeit, um die Arbeitswelt familienfreundlicher zu gestalten. Ein Paradebeispiel hierfür liefert die Raerener „Conserverie & Moutarderie“, die nicht nur von unserer liberalen Bewegung „Frauenstimmen“ im Jahre 2017 zum familienfreundlichsten Unternehmen im Norden der DG ausgezeichnet wurde – nein, auch das führende belgische Wirtschaftsmagazin « Trends Tendances » hat den Raerener Betrieb vor einigen Tagen zum besten Familienunternehmen der Wallonie gekürt.

Doch nicht nur Unternehmen, nein, auch die Politik stellt eine Sphäre dar, in der Familienfreundlichkeit mehr und mehr Einzug gewinnt. Der Ruf nach familienpolitischen Maßnahmen wird lauter. Die Anzahl alleinerziehender Eltern steigt, wobei die jeweiligen Lebensformen alleinerziehender Eltern unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Trennung, eine Scheidung, ein Todesfall – erschüttern immer öfter das traditionelle Familienmodell „Vater – Mutter – Kind“. Ein-Elternteil-Familien sind zudem häufiger armutsgefährdet und auf staatliche Unterstützungen angewiesen.

Doch wie so oft erreichen Förderinstrumente nicht die Zielgruppe. Laut einer Studie der KUL erheben Familien in prekären Lebenslagen viel zu selten ihre Rechte und Ansprüche.

Mit einer modernen und zukunftsorientierten Familienpolitik versucht die Deutschsprachige Gemeinschaft günstige Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen. Dazu gehört etwa eine Kombination von gezielten finanziellen Leistungen, wie z.B. dem Kindergeld, eine gute Infrastruktur, sowie eine neue Zeitpolitik.

 

Evelyn JADIN

Gemeinschaftsabgeordnete