Nachgefragt: « Wie sieht die aktuelle Situation der Schulleiter-Besetzung in Ostbelgien aus? »


Regierungskontrolle vom 13. September 2018 – Ausschuss III für Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung

Frage von Gregor FRECHES  zur Schulleiter-Besetzung an den Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft


Anfang September standen so wie jedes Jahr die Zeichen wieder auf Anfang: nicht nur eine neue Sitzungsperiode ist für uns Politiker angebrochen, nein, auch die Schüler und Lehrer starteten in ein neues Schuljahr. Nach 2 Monaten Sommerferien sind die Akkus nun wieder aufgeladen und der Schulbesuch kehrt wieder zum Alltag zurück.
Neu in diesem Schuljahr ist unter anderem die Einführung des Amts der Chefsekretäre für Grundschulen, die für eine Entlastung der Arbeitslast der Schulleiter sorgen sollen. Doch wie sieht die aktuelle Situation der Schulleiter-Besetzung in Ostbelgien überhaupt aus?
Daher lauten meine Fragen nun an Sie, werter Herr Minister :

  • Gibt es noch offene und somit nicht besetzte Schulleiterstellen an den Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu Beginn des Schuljahres?
  • Falls ja, ist man in Kontakt u.a. mit den Gemeinden selbst, um das Problem zu lösen?
  • Welche greifenden Lösungen wurden oder können ins Auge gefasst werden, um diese Situation zu beheben?


Antwort des Ministers:


Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
Zum Ende des Schuljahres 2017-2018 haben eine ganze Reihe von Schulleiterinnen und Schulleitern den wohlverdienten Ruhestand bzw. Vorruhestand angetreten, darunter eine Sekundarschulleiterin, drei Grundschulleiter sowie der Leiter der Musikakademie.
In allen Fällen konnte – und darüber bin ich sehr froh – ein qualifizierter Nachfolger angeworben werden, der die Einstellungsbedingungen erfüllt.
Unbesetzt sind in der Deutschsprachigen Gemeinschaft momentan zwei Schulleiterstellen.
Hierbei handelt es sich zum einen um die Stelle des Grundschulleiters am Königlichen Athenäum St. Vith und um eine Schulleiterstelle auf Ebene der Stadt Sankt Vith.
Was die Stelle des Grundschulleiters am Königlichen Athenäum St. Vith anbelangt, habe ich nach Rücksprache und im Einvernehmen mit dem Studienpräfekten des K.A. Sankt Vith, der seit dem Schuljahr 2015-2016 sowohl die Grund- als auch die Sekundarschule leitet, im vergangenen Schuljahr bewusst auf eine Ausschreibung der vakanten
Grundschulleiterstelle verzichtet.
Hintergrund dieser Entscheidung ist u.a. die Tatsache, dass in St. Vith erste Gespräche zur Bildung einer inklusiven Schule angelaufen sind und es mir sinnvoll erscheint, den Fortgang dieser Diskussionen abzuwarten, bevor ein neuer Grundschulleiter angeworben wird. Zur Unterstützung werden dem Studienpräfekten Koordinationsstunden in Höhe eines
vollen Stundenplans zur Verfügung gestellt, die es ihm erlauben, im Primarschulwesen eine pädagogische Koordinatorin einzusetzen.

Auf Ebene der Stadt Sankt Vith ist seit dem Schuljahr 2016-2017 eine der drei Schulleiterstellen vakant. Es wurden bereits mehrere Ausschreibungen getätigt. Bislang konnte jedoch kein geeigneter Bewerber gefunden werden. Die Stadt Sankt Vith hat daraufhin eine Neugliederung der Schulen auf Gemeindeebene vorgenommen und die Niederlassungen St. Vith, Crombach und Hinderhausen, die in der Vergangenheit ein eigenes Schulzentrum bildeten, auf die beiden bestehenden Schulzentren verteilt.

Zur Unterstützung wird der Stadt St. Vith ein zusätzlicher vollzeitiger Stundenplan gewährt, der es ermöglicht, in jeder Niederlassung ein Personalmitglied stundenweise freizustellen,
damit es pädagogische Koordinationsaaufgaben wahrnehmen und damit den Schulleiter entlasten kann. Mit diesem zusätzlichen Stundenpaket beabsichtigt die Gemeinde darüber hinaus, ein sogenanntes mittleres Management aufzubauen, das im Laufe der Zeit mit den Schulleiteraufgaben vertraut gemacht wird. Über diesen Weg erhofft man sich bei zukünftigen Ausschreibungen den geeigneten Schulleiternachwuchs rekrutieren zu können.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.