Auswirkungen des Dieselverbots auf den Gebrauchtwagenmarkt

 

Namur/Ostbelgien. Nach Angaben des Branchenverbandes GOCA für Führerscheine und technische Überprüfung von Fahrzeugen sind drei Viertel aller auf dem Gebrauchtwagenmarkt befindlichen Fahrzeuge mit einem Dieselmotor ausgestattet – und dies bei einer um 70 Prozent gesteigerten Nachfrage nach Benzinmotoren.

 

Die Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres (PFF-MR) befragte Carlo Di Antonio, Verkehrsminister der Wallonischen Region, nach den Auswirkungen des ab dem Jahr 2023 sukzessive geltenden Fahrverbots für Dieselfahrzeuge und nach dem Umgang mit dem heute schon hohen Anteil von Dieselfahrzeugen auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

 

Der Minister gab zu verstehen, dass am 1. Januar 2023 ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Kraft trete, die der Euro 1-Norm oder keiner Euro Norm entsprechen: „Am 1. Januar 2025 folgen dann Dieselfahrzeuge der Euro 3-Norm. Die heute unter diese Norm fallenden Fahrzeuge können also noch 6,5 Jahre genutzt werden und haben dann größtenteils das Ende ihrer Lebensdauer erreicht“, antwortete der Minister. 55 Prozent der Neuzulassungen im Jahre 2017 seien Gebrauchtfahrzeuge gewesen, mit einem Dieselanteil von 61 Prozent. Demnach stellten diese Diesel-Gebrauchtwagen 33,6 Prozent der Neuzulassungen dar. Der Verkehrsminister deutet dies als ein Indiz für eine gesteigerte Nachfrage nach Benzinfahrzeugen, die weniger stark ins Fadenkreuz des Gesetzgebers gerieten vor dem Hintergrund, dadurch eine geringer durch Schadstoff belastete Luft zu erreichen. Zudem könne man beobachten, dass Händler gezielt Benzinfahrzeuge für den Grauchtwagenmarkt aufkaufen. Darüber hinaus seien nach Angaben des Verbands Febelauto landesweit 120.896 stillgelegte Fahrzeuge, darunter 43.525 in der Wallonischen Region, gesammelt und zerlegt worden: „Eine nützliche Weiterverarbeitung von 97,3 Prozent dieser Fahrzeuge konnte erreicht werden, mehr als die europäische Gesetzgebung mit 95 Prozent verlangt“, erklärte der Minister.

 

Die Regionalabgeordnete begrüßt die Aussagen des Ministers: „Gut so, dass der Übergang für Dieselfahrzeuge schrittweise erfolgt und es nicht etwa heißt, dass in fünf Jahren keine Dieselfahrzeuge mehr erlaubt wären. Der sehr hohe Wiederverwertungsanteil der stillgelegten Fahrzeuge durch Metall, Glas und Plastik ist ebenfalls eine erfreuliche Nachricht.“