Resolutionsvorschlag zur Abschaffung der Sommerzeit

 

Am kommenden Donnerstag verabschiedet die Abgeordnetenkammer einen Resolutionsvorschlag der MR zur Abschaffung der Sommerzeit. Mit dieser Abstimmung verpflichtet sich die Föderalregierung, entsprechende Schritte bei der Europäischen Union einzuleiten!

 

Seit rund 40 Jahren stellen wir Belgier unsere Uhren in Sommer-und Winterzeit um. Nach der Öl-Krise in den 70er Jahren wurde die Sommerzeit in unserem Land eingeführt, um große Energieersparnisse zu generieren. Doch laut Studien, seien diese Ersparnisse nicht mehr aktuell. Dies bestätigte auch die Ministerin für Energie Marie-Christine MARGHEM (MR).

Natürlich wollen wir Belgier niemandem vor den Kopf stoßen und verlangen zunächst eine EU-weite Studie. Sollte diese Studie bestätigen, dass die Sommerzeit keinen Mehrwert hat, muss man über eine europaweite Abschaffung der Zeitumstellung debattieren“, so auch die Föderalabgeordnete Kattrin JADIN (PFF-MR), die ebenfalls darauf hinweist, dass 77% der Weltbevölkerung ohne Sommerzeit auskommt. Nur in 76 Ländern wird die Zeit noch im Sommer umgestellt.

Weitere Studien haben ergeben, dass die Zeitumstellung den natürlichen Biorhythmus negativ beeinflusst. So ist beispielsweise das Herzinfarktrisiko in Folge der Umstellung sehr hoch, denn durch die Schlafumstellung steigt erwiesenermaßen der Blutdruck und schwanken die Hormone. Außerdem hätte es einen negativen Einfluss auf die Landwirtschaft, zum Beispiel bei der Milchproduktion.

Neben dem Fraktionsführer der MR David Clarinval und dem Föderalabgeordneten Gautier Calomne (MR), die den Resolutionsvorschlag im letzten Jahr bereits hinterlegt haben, findet die Idee innerhalb der Regierung breiten Zuspruch. So haben bereits Minister für Inneres Jan JAMBON aber auch Minister für Arbeit Kris PEETERS gegen die Uhrumstellung plädiert. Aber auch große Teile der Bevölkerung haben sich gegen die Sommerzeit ausgesprochen.

Im Juni 2017 haben 74% der Deutschen in einer Umfrage der Krankenkassen für eine Abschaffung gestimmt aber eine entsprechende Motion seitens der FDP wurde Anfang des Jahres noch vom Bundestag abgelehnt. In anderen EU-Ländern steht man dem Vorhaben eher positiv gegenüber. Die Diskussion soll deswegen in absehbarer Zukunft innerhalb der Europäischen Union geführt werden.