WERTE DER PFF

GRUNDSÄTZE DES LIBERALISMUS

 

Grundsätze sind zwar Theorie. Aber es ist wichtig, festen theoretischen Boden unter den Füßen zu haben, wenn es gilt, praktische Schlussfolgerungen zu ziehen und konkrete Entscheidungen zu treffen.

 

Der deutsche Soziologe Ralf DAHRENDORF sagt:

 

« Der Liberalismus war die bewegende Kraft des 19. Jahrhunderts, in dem die Liberalen im günstigen Fall Bürgerrecht, Marktwirtschaft und Internationalismus zugleich vertraten. Die große Kraft des 20. Jahrhunderts war die Sozialdemokratie, die nun ihrerseits einen « seltsamen Tod » gestorben ist. » Warum also über Liberalismus und Liberale reden? Sicher nicht wegen mehr oder minder liebenswerter politischer Parteien. Eher schon, weil die historische Bewegung des Liberalismus – so wie auf andere Weise die der Sozialdemokratie – ein Erbe hinterlassen hat, das Pflege und Verteidigung verdient. Im Falle des Liberalismus ist das vor allem die Verfassung der Freiheit, der Rechtsstaat, der individuelle Bürgerrechte hartnäckig und manchmal unter Schmerzen verteidigt. »

 

Partei für Freiheit und Fortschritt

 

Das Prinzip « Freiheit » bedeutet politische Freiheit, wirtschaftliche Freiheit und verpflichtet uns, diesen Grundsatz zur Einstellung zu machen, wie Jean GOL es auf seiner letzten Rede zur Wahl zum Parteipräsidenten am 2. Juli 1995 gesagt hat.

 

Das Prinzip « Fortschritt » steht im Gegensatz zum Konservatismus und bedeutet, dass wir nach vorne schauen müssen, dass wir versuchen, Probleme zu lösen oder ihnen vorzubeugen und aus der Vergangenheit zu lernen, anstatt zu lamentieren. Die PFF ist eine pluralistische Partei und eine Volkspartei. Sie steht allen offen und verpflichtet sich, Andersdenkende, Andersgläubige, Andershandelnde zu respektieren. Extremismus allerdings gehört nicht zum Prinzip der Toleranz. Weder Integrismus noch Antiklerikalismus haben bei uns ihren Platz.

 

Außerdem genügt es nicht, den Liberalismus als Doktrin anzunehmen, er muss zu einer Haltung, er muss zu einer Einstellung werden, wie Louis MICHEL gesagt hat. Oftmals versuchen andere Parteien uns den liberalen Einsatz und die Kompetenz für Sozialpolitik abzusprechen, weil – so heißt es- das von den Liberalen verteidigte Prinzip der freien Marktwirtschaft nicht mit sozialen Prinzipien vereinbar sei. Das Gegenteil ist der Fall. Der Vertreter des Sozialliberalismus in Belgien, Jean REY, machte folgende Aussage: die soziale Sicherheit muss sich auf eine gesunde Marktwirtschaft stützen und eine gesunde Marktwirtschaft kann nur in einer belebenden und einer freiheitserzeugenden Atmosphäre gedeihen.

 

Die Liberalen fordern eine gerechte soziale Solidarität. Mit Gleichheit meinen sie nicht Gleichschaltung, sondern gleiche Chancen, gleiche Rechte, d.h. gerechte Unterstützung für Arbeitslose, Überwindung des Minimex-Statuts und nicht Resignation. Aber auch gleiche Rechte für die soziale Sicherheit der Selbstständigen, die auch auf eine lebenswürdige Pension Anrecht haben.

 

Diese Thesen der Chancengleichheit für alle sind noch kürzlich zum Grundprinzip des « Freiburger Kreises » erhoben worden. Der « Freiburger Kreis » ist ja bekanntlich ins Leben gerufen worden von fortschrittlich gesinnten Leuten der F.D.P.

 

Auszug aus der Rede des Regionalpräsidenten der PFF, Ferdel Schröder, anlässlich der 150- Jahrfeier des Liberalismus, Eupen, den 24.6.1996, Hotel Ambassador.

 

Schließlich möchte ich einen großen Mann unserer Geschichte zitieren, Abraham LINCOLN:

 

« Ihr werdet kein Interesse an den öffentlichen Angelegenheiten und keinen Enthusiasmus wecken, wenn ihr dem einzelnen seine Initiative und seine Freiheit nehmt! »