Nachgefragt: „Mit Büchsen auf Wolken schießen – CanSat Belgium »


Regierungskontrolle vom 17. Mai 2018 – Ausschuss III für Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung

Frage von Gregor FRECHES zum Schulprojekt „CanSat Belgium“


Recyceln Sie ihre Getränkedosen oder schießen Sie sie ins All?

„Mit Büchsen auf Wolken schießen“ – so lautete der Titel eines am 5. Mai veröffentlichen GrenzEcho-Artikels, der einen besonderen und innovativen Wettbewerb in den Mittelpunkt rückte. Die Rede ist vom landesweiten Schulprojekt „CanSat Belgium“, welches junge Menschen an die Wissenschaft heranführen soll.
„Das ist von großem Belang, schließlich herrscht in diesem Bereich ein großer Mangel an Fachkräften“, so der liberale wallonische Minister Pierre-Yves Jeholet.
Die teilnehmenden Schüler des 5. Sekundarschuljahres erhalten die Möglichkeit, erste praktische Erfahrungen im Bereich der Raumfahrttechnik zu sammeln. Dazu gehört etwa, einen Minisatelliten zu entwerfen und auszuarbeiten, der später in eine Getränkedose eingesetzt und in die Höhe katapultiert wird. Ein Grundbetrag von 500 EUR stand pro Mission und Projekt zur Verfügung.
Im Sibirien Belgiens, anders gesagt im Lager Elsenborn, war nun am 4. Mai der Tag der Wahrheit für zwölf belgische Schulen, die die erste Hürde bereits genommen hatten und sich gegen eine anfängliche Konkurrenz bestehend aus 17 Schulen durchsetzten. Die Zeit des Abflugs stellte einen Höhepunkt der monatelangen Arbeit dar. Auch Minister Jeholet war vor Ort, um die Raketenstarts aus der Nähe zu betrachten. Für die Zukunft wünscht er sich eine Ausweitung des Schulprojektes und eine regere Teilnahme.

Wohlwissend dass zum ersten Male in der Geschichte des Wettbewerbs die 3 Regionen des Landes teilnahmen, stellten sich mir die folgenden Fragen:
• Haben auch ostbelgische Schulen am Wettbewerb „CanSat Belgium“ teilgenommen?
• Gibt es andere derartige Projekte, an denen ostbelgische Schulen teilnehmen und die unsere Schüler zu Berufen im wissenschaftlichen Sektor heranführen?


Antwort des Ministers


Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
werte Kolleginnen und Kollegen,

Der Wettbewerb CanSat (Schüler bauen einen Satelliten in einer Getränkedose) wurde, genau wie der Wettbewerb Asgard (Schüler entwickeln ein Experiment, das mit einem Wetterballon in hohe Sphären geschickt und dort durchgeführt wird) seit 2013 über die Kooperation mit der ESA-Tochter ESERO angeboten.

In den Jahren 2013-2017 hat kein ostbelgischer Lehrer an diesem Wettbewerb teilgenommen, obwohl massiv Werbung bis hin zu persönlichen Einladungen gemacht wurde.
Die nötige Weiterbildung „Arduino“, die den Lehrern vermittelt, wie die Module für den Satelliten programmiert werden, wurde aber von zwei Lehrern aus dem RSI und dem TI in Anspruch genommen.
Durch eine nationale Umstrukturierung von Esero sind diese Wettbewerbe in diesem Jahr nicht angeboten worden.

Zu Ihrer zweiten Frage:
Es gibt eine Fülle an Wettbewerben im MINTH-Bereich, an denen sich unsere Primar- und auch Sekundarschulen rege beteiligen.
Aber nicht nur Wettbewerbe sondern auch inner- und außerschulische Aktivitäten sensibilisieren unsere Schüler für naturwissenschaftlich-technische Berufe. Hier nur einige Beispiele von Wettbewerben für Primar- und Sekundarschulen, an denen auch unsere Schulen teilnehmen oder teilgenommen haben:

• Wettbewerb zum Jahr der Naturwissenschaften und Technik: 14 Schulklassen (6 KG, 4 Prim, 4 Sek) nahmen teil
• Schulinterne Programme zum Jahr der Naturwissenschaften und Technik: 16 Schulen nahmen teil (10 GS, 6 Sek)
• Preis der Königin Paola Stiftung: 3 ostbelgische Primarschulen werden Ende Mai in Brüssel prämiert (die Laureaten wurden gebeten, bis dann Stillschweigen über ihren Preis zu wahren)
• Wettbewerb „Mathematik ohne Grenzen“: (Teilnehmer: KAE, KAS, BIB, BS und CFA) Insgesamt haben 28 Klassen mit 376 SchülerInnen aus dem 4. und 5. Jahr mitgemacht
• Mehrere Schulen nehmen jährlich am Wettbewerb „Fokus Erde“ der Königin Paola Stiftung für die Schüler des beruflich-technischen Unterrichts in Sekundarschulen und in der Lehrlingausbildung teil (Gewinner 2017 1.:RSI, 2.: TI)
• Umweltwettbewerb der Provinz Lüttich 2018 (Teilnahme der GS Iveldingen-Born)
• Wettbewerb GLOBE: Europäische Phänologie-Kampagne Animationsfilm: Gewinner im Oktober 2017: KAE Sekundarschule
• Wettbewerb der Stadt Eupen: Energiedetektive, wo die Schulen Punkte sammeln, je nach Energieeinsparung
• Euroskills (RSI, TI, ZAWM)

• Wettbewerb pro8 der FH Aachen (RSI): Teams aus Schülern verschiedener Schulen erarbeiten innerhalb einer Woche ein Konzept zur Lösung einer Aufgabe, die von einem Industriepartner gestellt wurde.
• Wettbewerb : L’odyssée de l’objet, wo Sekundarschüler ein innovatives Objekt mithilfe von Ingenieuren herstellen (RSI, PDS)
• Chemie-Biologie-Physikolympiaden werden jährlich beworben, Schüler der Oberstufe der Sekundarschule nehmen regelmäßig teil (RSI: Chemie)
• Mathematikolympiaden: viele Sekundarschulen Ostbelgiens sind Stammgäste mit den 3 Stufen der Sekundarschule
• Wettbewerb BERT (Belgian Railways Competition for Technicians) der SNCB für die 3. Stufe der technischen und beruflichen Schulen: Schüler suchen eine kreative Lösung für ein technisches Problem (RSI hat den ersten Preis erworben, wie gestern und heute der Presse zu entnehmen ist)
• Regelmäßig nimmt das KAE an dem Wettbewerb zum „Kristallzüchten“ im Chemieunterricht teil
• Es werden regelmäßig Wettbewerbe über den Verein MINT-EC angeboten, die auch in Ostbelgien beworben werden
• Wettbewerb Science on Stage
Weitere Angebote/Aktivitäten:
• Über Cefochim („Science Aventure“ ) werden Wissenschaftler in die Schulen eingeladen, um dort die wissenschaftlichen Berufe rund um einen Industriezweig (z.B. Automobilindustrie) näher zu bringen (PDS, BIB)
• Außerschulische Lernorte werden intensiv genutzt (Mont Rigi, Science College Overbach, Energeticon, Julab usw.)

• Werbung für „technoshpère“, ein „serious game“, in dem Sekundarschüler gegeneinander antreten, um die Erde vor einer Energiekrise zu retten und in der virtuellen Realität die verschiedenen Berufe (Ingenieur, Techniker…) kennenlernen. Das Material wird kostenlos von der Wallonischen Region in den Schulen zur Verfügung gestellt.
• Schüler des 5. Sekundarschuljahres der BIB stellten ihr Projekt „phänologischer Garten“ bei den GLOBE-Games in Tschechien vor
• Der Truck Xperilab ist jährlich ausgebucht, genau wie in diesem Jahr das eXploregio.mobil
• Nutzung des „serious game“ „my2050“ zum Klimawandel (CFA)
• Zwei Grundschulen (GS Raeren, GS Amel) nahmen über mehrere Jahre an dem Projekt „Raum und Unterricht“ teil, das von Esero angeboten wurde.

Die ostbelgischen Schulen sind in diesem Bereich im Schuljahr 2017-2018 äußerst aktiv gewesen, auch dank der Initiative der Regierung, dieses Jahr zum Jahr der Naturwissenschaften und Technik auszurufen, die das Augenmerk auf dieses äußerst wichtige Themenfeld gelenkt hat.
Ich habe Ihnen jetzt nur einen kleinen Ausschnitt aus den zahlreichen Initiativen genannt. Lesungen, Ausstellungen, uvam. habe ich aus zeitlichen Gründen nicht erwähnt (z.B. Projekt „Mit der Biene durch das Jahr“,…).

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!