Verantwortung für die Polis – keine Selbstdarstellung

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Der kommende Wahlkampf wird lang. Auf den anstehenden lokalen Wahlen folgen schnell weitere, übergeordnete Wahlen – 14 Monate Wahlkampf stehen unmittelbar vor uns. Das ist die Zeit, während der so manch einer, der sich zur Wahl stellt, schnellstmöglich das eigene Profil schärfen oder gar eins entwickeln will. Diese Zeit wird sicherlich durch die Schnelllebigkeit der Medien geprägt sein. Reißerische Stellungnahmen sollen Brandherde entfachen, um direkte Aufmerksamkeit zu erzeugen – aber bringt das alles tatsächlich das politische Projekt voran?

 

PFF WDP Wahnkampf

 

Die Politik hat in den letzten Jahren gelitten: Misstrauen, Affären, Polemisierung, Fake-News… Das führt zu Entmutigung. Entmutigt, sich für das Politische zu interessieren oder sich gar dafür zu begeistern und selbst aktiv zu werden. Es birgt die Gefahr der allgemeinen Verachtung der in der Politik tätigen Menschen. „Politiker“ als Schimpfwort. Ein Teufelskreis entsteht, wenn vorausgesetzt wird, dass Engagement einen Selbstzweck erfüllt, anstatt dass es dem Gemeinwesen dient. Denn so werden politisch interessierte Menschen entmutigt. Muss es nicht das Ziel aller aktiven Politiker sein, dem Misstrauen der Bürger entgegenzutreten? Müssen sie nicht zeigen, dass es gemeinsame Projekte gibt, gemeinsame Ziele, die über die eigene Profilierung hinausgehen? Dass nicht das „Ich“ im Vordergrund steht, sondern das „Was“. Staatsmänner und -frauen dürfen keine Brandstifter sein. Alle politischen Gestalter tragen Verantwortung für die Polis – für die Siedlung, die Stadt, den Staat, für das Gemeinwohl. Das bedeutet, dass die politische Arbeit nicht dem Streben nach medialer Aufmerksamkeit zum Opfer fallen darf. Auch in und für Ostbelgien gab und gibt es gemeinsame Projekte. Vereint für die Weiterentwicklung Ostbelgiens. Ich hoffe im Interesse Ostbelgiens, dass alle Parteien und Listen gute Kandidatinnen und Kandidaten finden, denn die Polis braucht die Bereitschaft dieser Bürgerinnen und Bürger, die dem gemeinsamen Projekt den richtigen und notwendigen Stellenwert geben und vereint die Zukunft unserer Gemeinschaft im Fokus haben. Eine starke Gemeinschaft in einem starken Belgien.

Für die PFF,

Isabelle Weykmans

Vize-Ministerpräsidentin und Ministerin für Kultur, Beschäftigung und Tourismus