Jenny Baltus-Möres zur Wolfsdebatte: „Schadensersatz ist besser als Abschießen“

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Die liberale Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres (PFF-MR) spricht sich gegen den Abschuss von Wölfen aus: „In der bisherigen Berichterstattung erweckte es den Anschein, dass ich für den Abschuss von Wölfen bin, sobald diese in der Wallonischen Region gesichtet und nachgewiesen würden. Dem möchte ich entschieden widersprechen: Ich freue mich über die allem Anschein nach bevorstehende Rückkehr des Wolfes in die Wälder der Wallonischen Region. Ich denke, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Wölfe bei uns nachgewiesen werden können. Angst vor dem Wolf hat nur, wer sich noch nicht mit der Thematik befasst hat. Für Menschen stellt er in der Regel keine Bedrohung dar und auch zur natürlichen Wildregulierung ist er sehr hilfreich. Allerdings haben Landwirte in Nachbarregionen in letzter Zeit vermehrt Wolfsschäden festgestellt. Deshalb habe ich Minister René Collin im zuständigen Ausschuss eine mündliche Frage zur derzeitigen Sachlage gestellt. In der Frage ging es insbesondere um die derzeitigen Maßnahmen der Wallonischen Region im Falle von durch Wölfen angerichtete Schäden bei Züchtern und Landwirten. Ich finde es wichtig, dass spätestens bei der nachgewiesenen Existenz des Wolfes entsprechende Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und zwecks Schadensersatz vorgesehen worden sind. Daher begrüße ich die Antwort des Ministers: Stellt sich bei der Expertise heraus, dass Wölfe für die Schäden verantwortlich sind, so kommt die Wallonische Region bei einer direkten Schadenssumme ab 125 Euro zu 100 Prozent dafür auf. Auch habe ich den Minister danach gefragt, was er von der in Frankreich angewandten Praxis des sogenannten vorsorglichen Abschusses hält. Dies könne er sich jedoch nur – zu meiner vollen Zufriedenheit – bei einer Überpopulation des Wolfes vorstellen.

 

PFF Wölfe

 

Wie auch in meiner Replik an den Minister angemerkt, würde eine solche Vorgehensweise in der Wallonie in der Tat zu großen Diskussionen führen. Dabei müssten das Forstamt, die Landwirte, Umwelt- und Tierschutzverbände einbezogen werden. Der bloße Abschuss des Wolfes kann nicht die Lösung sein. Dies ist zu kurzfristig gedacht und klingt in meinen Ohren auch populistisch.

Da ich bei allem Einsatz für das Tierwohl (Schächtungsverbot, Einführung sanfterer Schlachtmethoden wie dem Kugelschuss auf der Weide, etc.) wirtschaftliche Interessen aber nicht außer Acht lasse, begrüße ich, dass die Landwirte integral entschädigt werden und so hoffentlich auch weiterhin auf den Abschuss von Wölfen verzichtet werden kann.