Wettaffäre: JADIN fordert gesetzlichen Rahmen!

In den vergangenen Tagen wurde heiß über das Thema debattiert: Fußballprofispieler die Sportwetten auf Spiele der eigenen Liga abgeschlossen haben sollen. Nachdem Anderlecht-Spieler Olivier DESCHACHT vor einigen Monaten für sein Wettverhalten belangt wurde, stehen nun zwei Spieler der KAS EUPEN im Fadenkreuz.

 

Die Pro League bangt um ihren Ruf und muss auf die jüngste Polemik definitiv reagieren. Gemeinsam mit ihrem Exklusivpartner UNIBET strebt die Pro League eine bessere Zusammenarbeit mit dem Wettsektor an – doch dafür muss der gesetzliche Rahmen geschaffen werden.

 

Bisher ist es so, dass die Pro League dem Wettanbieter UNIBET Spielerlisten übermittelt und letzterer in seiner Datenbank schaut, ob sich Profi-Spieler eingetragen haben. Ist das der Fall, erhalten die Spieler ein Dokument mit den Regeln, die sie zu befolgen haben. Doch leider geht ihnen diese Zusammenarbeit jetzt nicht mehr weit genug.

 

PFF Fußballwetter

 

Online-Wettanbieter sollten die Sportverbände benachrichtigen können sobald ein Spieler sich nicht an das Regelwerk hält. Aufgrund des Gesetzes zum Schutz der Privatsphäre ist dies leider nicht erlaubt!“ erklärt die Föderalabgeordnete Kattrin JADIN, die die Forderung der Pro League in dieser Hinsicht unterstützt. „Deshalb habe ich eine parlamentarische Frage an dem zuständigen Minister gerichtet, der mir erklären soll, wie er denn gedenkt, in Zukunft solche vermeintlichen Vorfälle zu verhindern“, so Kattrin JADIN weiter.

 

Eine Möglichkeit, die Kattrin JADIN dem Minister vorgeschlagen hat, wäre dem Aufruf des belgischen Fußballverbandes und der Pro League zu folgen, und die Online-Wettanbieter zur nationalen Plattform zur Bekämpfung von Manipulation bei Sportwettbewerben zuzulassen. Dadurch würde man eine Gesetzesanpassung umgehen und ein schnellerer Austausch zwischen den anwesenden Parteien wäre gegeben. In der nationalen Plattform sitzen Vertreter der Föderalregierung, der Gemeinschaften, des Föderalprokurators, der Föderalpolizei, des Ausschusses für Glücksspiele, der Nationalloterie sowie der großen Sportverbände des Landes.

 

In der jüngsten Vergangenheit kündigte die Pro League an, Vorbeugungskampagnen in Sachen Sportwetten und Wettbewerbsverzerrung bei allen Profi-Klubs abzuhalten. Obwohl die Ankündigung bereits nach dem DESCHACHT-Skandal gemacht und bis heute noch keine Informationsversammlung abgehalten wurde, dürfte die Pro League wohl in den kommenden Wochen mit ihrer Kampagne bei den Fußballklubs anklopfen.