Wir fragen nach! – Gesundheit: « Wie viele AHS-Absolventen bleiben in Ostbelgien? »


Regierungskontrolle vom 14. März 2018 – Ausschuss IV für Gesundheit und Soziales

 

Frage von Evelyn JADIN zur Anhebung des Bachelor-Studiengangs in Gesundheits- und Krankenpflegewissenschaften


 

Das Studium zum Krankenpfleger umfasst einen breitgefächerten Tätigkeitsbereich und legt den Grundstein zur Berufsausübung in Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Mit dem Schuljahr 2016-2017 startete bekanntlich die Anhebung des Bachelor-Studiengangs in Gesundheits- und Krankenpflegewissenschaften von 3 auf 4 Jahre. Wir erinnern uns: laut EU-Vorgaben fehlten belgienweit 800 Praktikumsstunden, die in ein 3-jähriges Studium nicht eingebaut werden konnten.
Die verlängerte Studienzeit eröffnet die Möglichkeit einen Beitrag zu einer gesteigerten Ausbildungsqualität zu leisten, die zukunftsfest, bedarfsgerecht und kompetenzorientiert ist. Unterrichtsinhalte wurden demnach angepasst und hinzugefügt. Problemorientiertes Lernen wurde in den Vordergrund gestellt. So findet nun bereits einfrühzeitiger Praxiseinsatz mit einem 8-wöchigen Praktikum im 1. Jahr statt, wo der Alltag in den verschiedenen Institutionen der Gesundheits- und Krankenpflege innerhalb und außerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens erprobt wird.
Ziel ist und bleibt, dass das Studium das nötige Rüstzeug in Theorie und Praxis verleiht, um als Sprungbrett für die Zukunft zu dienen.
Meine Fragen nun hierzu :

  • Wie viel Prozent der Absolventen kamen in den letzten 5 Jahren in den ostbelgischen Krankenhäuser unter und haben einen Arbeitsplatz hier in der DG gefunden ?
  • Angesichts der Tatsache dass es ein Jahr keine Absolventen geben wird, hat die Anhebung der Studienzeit auf 4 Jahre einen Einfluss auf die Personalentwicklung in den deutschsprachigen Krankenhäusern?

 

PFF Krankenpfleger

 

Antwort des Ministers:
Die AHS bildete im Zeitraum von 2013 – 2017 insgesamt 46 Krankenpfleger und -pflegerinnen im Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflegewissenschaften aus. Derzeit befinden sich 19 Studierende im letzten Studienjahr.
Ein offizielles Monitoring zur Rekrutierungsrate der Absolventen gibt es nicht.
Auf Nachfrage bei der KPVDB und der AHS erhielt ich die Rückmeldung, dass keiner der Studienabgänger auf dem Arbeitsmarkt sei.
Das Sankt Nikolaus-Hospital in Eupen stellte in den vergangenen 5 Jahren insgesamt 33 Absolventen der AHS ein. Darunter befanden sich 21 Abgänger, die noch im selben Jahr ihres Abschlusses eingestellt wurden.
2016 wurden 5 und 2017 insgesamt 7 Absolventen der AHS eingestellt.
Die Klinik St. Josef stellte ihrerseits in den vergangenen 5 Jahren insgesamt 23 Absolventen der AHS ein.
2016 wurden 6 und 2017 insgesamt 8 Absolventen der AHS eingestellt.
Die Anhebung der Dauer des Krankenpflegestudiums von 3 auf 4 Jahre wird dazu führen, dass im Jahr 2018 keine Bachelorabsolventen den Studiengang verlassen werden. Dies betrifft allerdings nur das Bachelorstudium. Die Brevets können auch weiterhin ausgehändigt werden. Hiervon sind im laufenden Ausbildungsjahr 12 von 31 Personen betroffen.
Die Auswirkung durch die Anhebung der Studiendauer lässt sich somit derzeit nicht genau vorhersehen. Auch wenn die Brevets nicht von der europäischen Richtlinie betroffen sind, könnte es zu möglichen Engpässen kommen. Die Einrichtungen in der DG arbeiten bereits jetzt mit Fachkräften aus dem Inland.
Über die Anerkennung der Gesundheitsberufe werden allerdings auch Fachkräfte aus dem Ausland hinzukommen. Seitdem die DG zuständig ist, haben wir 2016 insgesamt 10 und 2017 6 Krankenpfleger/innen anerkannt.