Wir fragen nach! Werden auch bei uns in Ostbelgien immer mehr Lehrer suspendiert?

Jahr für Jahr werden immer mehr Lehrer in Flandern vom Dienst suspendiert. Laut dem Jahresbericht der Agentur für Bildungsdienstleistungen wurde ein Höhepunkt im Schuljahr 2015-2016 erreicht, mit einer Gesamtzahl von 138 Suspendierungen.

So unscheinbar diese Anzahl bei insgesamt 185 000 Lehrern in Flandern auch erscheinen mag, so verbirgt sich dahinter doch ein deutlicher Trend. Innerhalb von 4 Jahren hat sich die Anzahl der in Flandern suspendierten Lehrer nicht nur verdoppelt, nein – immer öfter greifen flämische Schulen auf das Instrument einer Suspendierung zurück.

Die Gründe für den erzielten Rekordwert sind ungewiss und unklar – dennoch handelt es sich in 95 Fällen um präventive Suspendierungen.

Meine Frage nun hierzu:

  • Wie sieht der Stand der Dinge bezüglich der in Ostbelgien suspendierten Lehrer aus?

 

PFF Suspendierte Lehrer

 

Antwort des Ministers:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
werte Kolleginnen und Kollegen,
das Dienstrecht im Unterrichtswesen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft sieht mehrere Maßnahmen vor, die eine Suspendierung, das heißt eine Entfernung des Personalmitglieds aus dem Dienst, zur Folge haben. Hierbei ist zu unterschieden zwischen zwei Disziplinarstrafen und zwei Verwaltungsmaßnahmen.
Zu den Disziplinarstrafen zählen die vorübergehende Amtsenthebung aus disziplinarischen Gründen und die Versetzung in den nichtaktiven Dienst aus disziplinarischen Gründen.
Die vorübergehende Amtsenthebung kann für höchstens ein Jahr verhängt werden, wohingegen eine Versetzung in den nichtaktiven Dienst für mindestens ein Jahr und maximal fünf Jahre erfolgt.
Zu den Verwaltungsmaßnahmen ohne disziplinarischen Charakter zählen die vorsorgliche vorübergehende Amtsenthebung sowie die Disposition durch Stellenentzug im Interesse des Dienstes.
Die vorsorgliche vorrübergehende Amtsenthebung kann im Verlauf einer strafrechtlichen Verfolgung sowie vor Beginn oder im Verlauf eines Disziplinarverfahrens zur Anwendung gebracht werden, wenn dies im Interesse des Dienstes oder des Unterrichts erforderlich ist.
Die Disposition durch Stellenentzug im Interesse des Dienstes kann unabhängig von einem Disziplinar- oder Strafverfahren in Fällen verhängt werden, in denen ein Personalmitglied in seinem eigenen Interesse und/oder dem der Schüler bzw. der Kollegen den Dienst nicht länger verrichten sollte, beispielsweise im Falle eines Suchtproblems.
Seit 2009 sind in insgesamt 5 Fällen Personalmitglieder für einen bestimmten Zeitraum aus dem Dienst entfernt worden.
Es handelte sich in allen Fällen um die Verwaltungsmaßnahme der vorsorglichen vorübergehenden Amtsenthebung.
Die Disziplinarstrafen – vorübergehende Amtsenthebung aus disziplinarischen Gründen und Versetzung in den nichtaktiven Dienst aus disziplinarischen Gründen – sind seit 2009 nicht verhängt worden.
Auch die Verwaltungsmaßnahme der Disposition durch Stellenentzug im Interesse des Dienste wurde nicht zur Anwendung gebracht.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.