« Gesundheit ist unser höchstes Gut, damit darf man nicht spielen! » – E. JADIN


Plenarsitzung vom 20.11.2017

Redebeitrag zum Resolutionsvorschlag zur künftigen Absicherung der Krankenhausstandorte in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

von Evelyn JADIN


PFF Krankenhäuser
 

Sehr geehrter Herr Präsident,
Werte Kolleginnen und Kollegen aus Regierung und Parlament,

 

ich danke meinen Vorrednern für Ihre Stellungnahmen und kann mich grundsätzlich dem bereits Gesagten nur anschließen.

Unsere Gemeinschaft zählt zwei Krankenhäuser, die für eine wohnortnahe Basisversorgung stehen.

Natürlich sind bezüglich des Erhalts der Standorte in erster Linie die Akteure selbst gefragt. Die Politik kann sich aber dennoch nicht aus der Verantwortung stehlen und das tut Sie auch nicht!

Die Deutschsprachige Gemeinschaft, sowie alle betroffenen Akteure arbeiten sehr bemüht an dem Erhalt unserer beiden Krankenhausstandorte in Eupen und Sankt-Vith.

Ziel ist es, auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Reform der Krankenhauslandschaft, neue Perspektiven für unsere Krankenhäuser zu schaffen und weiterhin eine qualitativ hochwertige Basisversorgung in deutscher Sprache gewähren zu können.

Doch der Erhalt der beiden Standorte ist auch beschäftigungstechnisch von großer Bedeutung, schließlich handelt es sich um einen der größten Arbeitgeber der DG!

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Die von der föderalen Gesundheitsministerin Maggie De Block angestrebte Reform ist, laut Aussagen der Akteure auf dem Terrain, bitter notwendig da das aktuelle System nicht mehr zeitgemäß ist. Gleichzeitig wird allerdings ebenfalls der Vorwurf der Zweigleisigkeit erhoben, denn auf der einen Seite wünscht man eine Verbesserung des Gesundheitssystems und auf der anderen Seite strebt man Einsparungen an…

(Ich denke nicht, dass unser Haus der richtige Ort ist um über die Finanzpolitik eines anderen Teilgliedstaates, bzw. den Föderalstaat zu debattieren.)

Die Reform von Frau Ministerin De Block wird natürlich auch Auswirkungen auf unsere Krankenhauslandschaft haben, schließlich sieht sie u.a  die Verteilung aller Krankenhäuser des Landes auf 25 lokoregionale Netzwerke vor, wovon jedes lokoregionale Netzwerk ein Einzugsgebiet mit einer Bevölkerungsdichte zwischen 400.000 und 500.000 Personen abdecken soll.

Vor diesem Hintergrund bedarf es einer klaren Vision für beide Krankenhäuser, die sich in einem Netzwerk wiederfinden und etablieren müssen.

Der Ausbau und die Stärkung des bestehenden und zukünftigen Netzwerkes zwischen den beiden deutschsprachigen Krankenhäusern und dem CHC, sowie die Schaffung von verstärkten Synergien werden dementsprechend umso wichtiger.

Aus diesem Grund sollten die beiden Standorte unseres Erachtens nach gemeinsame Dienste aufbauen und gemeinsame Verwaltungsstrukturen anstreben.

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Abschließend möchte ich noch anführen, dass die Aufrechterhaltung unserer beiden Krankenhäuser uns alle etwas angeht. Hier ist kein Platz für parteipolitisches Kalkül! Gesundheit ist unser höchstes Gut. Damit sollte man nicht spielen!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Evelyn JADIN