Wir fragen nach! Wie stehen unsere Lehrer zu den digitalen Weiterbildungen von eTwinning?


 

Regierungskontrolle vom 12. Oktober 2017 – Ausschuss III für Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung

 

Frage von Gregor FRECHES zum eTwinning – Seminarangebot für den Monat November

 


Werter Herr Minister MOLLERS,
 
eTwinning ist eine Lehrgemeinschaft in Europa, die 2005 ins Leben gerufen wurde und seitdem über 400.000 aktive Mitglieder aus 166.000 Schulen (so der Stand im Oktober 2016) zählt. Seit dem Jahre 2014 ist eTwinning fest im Erasmus+ Programm verankert und bietet eine Plattform, die es erlaubt zu kommunizieren, zu kooperieren und Projekte zu entwickeln.
Im Zentrum der Gemeinschaft steht die grenzübergreifende Arbeit und Partnerschaft zwischen Schulen, die durch den Einsatz von Information- und Kommunikationstechnologien (kurz IKT), gefördert werden soll.
 
Für alle Mitglieder der Community steht ein vielfältiges Weiterbildungsangebot auf europäischer Ebene zur Verfügung. So beispielsweise auch im November, wo 2 kostenlose Seminarangebote auf dem Programm stehen: Zum einen ein Lehrgang vom 16. bis zum 18. November in Trier zur Gestaltung des Fremdsprachenunterrichtes. Zum anderen vom 23. bis zum 25. November ein von den eTwinning-Koordinierungsstellen der BeNeLux-Länder organisiertes Kontaktseminar mit den nördlichen Ländern in Dänemark.
Es handelt sich hier um formelle und informelle Fortbildung von Lehrern im Bereich digitaler Lehr- und Lernmittel, die Lehrkräfte mit ins digitale Boot nehmen und bei denen Pädagogen aus ganz Europa voneinander lernen können.
 
Ein Aufruf wurde über den Bildungsserver – OstbelgienBildung gestartet und die aufgeführten Anmeldefristen der Novemberseminare sind jeweils zum 15. und 22. September abgelaufen.
Meine Frage nun hierzu, werter Herr Minister:

 

  • Wie sieht die Resonanz der ostbelgischen Lehrkräfte für eTwinning aus?
  • Wie viele ostbelgische Pädagogen haben sich für das im November stattfindende Seminarangebot der eTwinning-Lehrgemeinschaft eingeschrieben?

 
 

Gregor FRECHES

Fraktionsvorsitzender der PFF

 

Etwinning

 

Antwort des Ministers

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Werte Kolleginnen und Kollegen,
 
Die Angebote des europäischen eTwinning Programms stehen den ostbelgischen Lehrern seit 2010 offen.
Mittlerweile sind alle Förderschulen, 8 Sekundarschulen und 12 (von 28) Grundschulen auf der Plattform registriert.
In über der Hälfte (56 %) der ostbelgischen Bildungseinrichtungen ist seit 2010 mindestens ein Pädagoge dem größten Lehrer-Netzwerk Europas beigetreten.
Es umfasst europaweit knapp 500.000 Lehrer aus über 180.000 Schulen.
 
eTwinning fördert zum einen die formelle und informelle Lehrerweiterbildung und zum anderen die webgestützte grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Schulen.
Zunächst zur Fortbildung:
 
In 2017 haben sich 8 Lehrer aus 6 Schulen zu folgenden Veranstaltungen angemeldet:

  • dem eTwinning Belgica Seminar zur Anbahnung von Schulpartnerschaften zwischen den drei Gemeinschaften Belgiens (3 TN aus BIB, BS)
  • der eTwinning-Konferenz in Malta zum Thema Inklusion (2 TN aus PDS, KAE)
  • dem eTwinning-Kontaktseminar in Österreich zur Anbahnung von Projekten in der Grundschule (1 TN aus GS Raeren)
  • der hiesigen Fortbildung zur Einführung in eTwinning: (2 TN Gemeindeschule Hergenrath)

 
Im September wurden alle Schulleiter von der eTwinning-Koordinierungsstelle angeschrieben.
In dem Brief wurden sie über die Möglichkeiten des Programms und die aktuellen Weiterbildungsangebote informiert.
Die Bewerbungsfrist für die vom Kollegen Freches genannten November-Seminare in Trier und in Dänemark wurde nach dem Versand des Briefes Ende September verlängert und läuft noch bis zum 13. Oktober.
Bis Dienstag waren noch keine Anmeldungen eingegangen.
Auch an dem Seminar zum Thema Mehrsprachigkeit für Deutsch- und Französischlehrer, das letzte Woche in Luxemburg stattfand, hat kein ostbelgischer Lehrer teilgenommen.
 
2016 haben 9 Lehrer an 5 Veranstaltungen teilgenommen. 3 der 5 eTwinning Projekte, die im letzten Schuljahr durchgeführt wurden, resultierten direkt aus der Teilnahme ostbelgischer Lehrer an einem Kontaktseminar in Reykjavik im November 2016.
 
2015 haben 10 Pädagogen an eTwinning Fortbildungen teilgenommen, darunter Förderschullehrer, Kindergärtner, Primar- und Sekundarschullehrer und ein Schulleiter.
eTwinning Veranstaltungen werden in unterschiedlichen Formaten durchgeführt. Diese unterschieden sich durch Inhalt, Zielsetzung und die Anzahl Teilnehmer.
Neben den Kontaktseminaren, die auf die Anbahnung von Projekten abzielen, bietet eTwinning auch themen- oder fachspezifische Weiterbildungsseminare und Konferenzen an.
Dabei handelt es sich um größere Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmer sich aus verschiedenen Workshops ihr eigenes Programm zusammenstellen.
Darüber hinaus können die Mitglieder des Netzwerks Online-Kursen folgen, die ebenfalls zertifiziert werden.
Neben diesen formellen Weiterbildungsangeboten haben die auf der Plattform registrierten Lehrer die Möglichkeit, sich in themenspezifischen Gruppen auf der eTwinning Plattform informell auszutauschen.
 
eTwinning hat die Angebote zur Lehrer-Fortbildung und informellen Vernetzung von Schulen in den letzten Jahren stark ausgeweitet.
Ursprünglich diente die Plattform der grenzüberschreitenden Projektarbeit.
Die Förderung der Schulpartnerschaften stellt weiterhin das Kerngeschäft von eTwinning dar.
 
Lehrer, die gemeinsam ein Projekt registrieren, erhalten Zugang zu einer Lernplattform, über die die Zusammenarbeit zwischen den Schulklassen abgewickelt wird.
Die eTwinning Projekte ermöglichen Lehrern,

  • authentische Lernsituationen zu schaffen,
  • schülerzentriert und kompetenzorientiert zu unterrichten
  • und kollaboratives und projektbezogenes Lernen zu gestalten.

 
Dabei werden neben den sozialen und fachlichen Kompetenzen vor allem die Sprach- und Medienkompetenzen der Schüler gefördert.
Im laufenden Schuljahr wurden bislang 3 Projekte registriert.
 
Im vergangenen Schuljahr wurden 5 Projekte durchgeführt, an denen sich 6 Lehrer aus 4 Schulen (1 Grundschule, 2 Sekundarschulen und 1 Förderschule) beteiligten.
Im Jahr 2015 wurden insgesamt 13 Projekte realisiert, an denen 15 Lehrpersonen aus 8 Schulen (3 Grundschulen, 1 Förderschule und 4 Sekundarschulen) mitgewirkt haben.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.