Wir fragen nach! Wie verläuft die Zusammenarbeit zwischen Löwen und Köln über das Wissenschaftsbüro?


 

Regierungskontrolle vom 12. Oktober 2017 – Ausschuss III für Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung

 

Frage von Gregor FRECHES zum Büro für Wissenschaft für OSTBELGIEN

 


 
Werter Herr Minister MOLLERS,

Seit einiger Zeit besteht das Büro für Wissenschaft für OSTBELGIEN.

Es ist im Quartum Center angesiedelt und befasst sich mit der Koordination der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Ostbelgien und den Universitäten in Löwen und Köln.

Frau MÜLLER vermittelt u.a. die Anfragen im Bereich der Wissenschaft und der Wirtschaft auf direktem Wege an die Universitäten und unterstützt dabei aktiv die Ausgestaltung der Zusammenarbeit.
 
Meine Frage an Sie, Herr Minister MOLLERS:

  • Da das Büro seit dem 1. September 2016 seinen Dienst aufgenommen hat, können Sie uns heute – also nach mehr als einem Jahr –  mitteilen, wie sich die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten Löwen und Köln gestaltet hat?
  • Wie werden die ostbelgischen Unternehmen oder sogar die öffentliche Einrichtungen über diese Zusammenarbeit informiert, oder darin eingebunden?

 
Ich danke Ihnen für ihre geschätzte Antwort.

Gregor FRECHES

Fraktionsvorsitzender der PFF

 

Unis

 

Antwort des Ministers:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Werte Kolleginnen und Kollegen,

 

Mit der Unterzeichnung des trilateralen Kooperationsabkommens am 23. Mai 2016 schafften die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, die Katholische Universität Löwen und die Universität zu Köln die rechtliche Grundlage für das Projekt Wissenschaft für Ostbelgien – kurz WifO .

 

Ziel ist es, die Forschungstätigkeiten der Universitäten in allen Angelegenheiten zu fördern, die zum Kompetenzbereich der Deutschsprachigen Gemeinschaft gehören oder für Ostbelgien, seine Einwohner und Betriebe von besonderer Bedeutung sind.

 

Im September letzten Jahres wurde Catherine Müller mit der Koordination des Projekts beauftragt.
Zu ihren Aufgaben gehören

  • die Beratung bezüglich möglicher Kooperationen mit den beiden Universitäten
  • die Unterstützung bei der Bedarfsermittlung und bei der Formulierung einer Forschungsanfrage an die Universitäten
  • und die Akquise von wissenschaftlichen Forschungsprojekten.

Kurz, Frau Müller vermittelt zwischen den Partneruniversitäten und Personen oder Organisationen aus Ostbelgien, die einen Bedarf im Bereich der wissenschaftlichen Forschung anmelden.
Dabei liegt auch hier der Schwerpunkt bei Anfragen, die den Kompetenzbereich der Deutschsprachigen Gemeinschaft betreffen oder die für Ostbelgien, seine Einwohner und Betriebe von Bedeutung sind.
 
Es geht also weniger um die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten, vielmehr fungiert Wissenschaft für Ostbelgien als Bindeglied zwischen Auftraggebern und Wissenschaftlern bei der Realisierung von Forschungsprojekten.
 
Auf Nachfrage teilte Frau Müller uns folgende Zwischenergebnisse mit.
Die Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln beschränkt sich bisher auf die Übermittlung von Anfragen aus den Bereichen Politik- und Sozialwissenschaften und Bildung (z.B. bezüglich der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen).
Die Kooperation mit der KU Leuven ist zurzeit vielseitiger.
Hier wurden bereits mehrere Verträge im öffentlichen Ausschreibungsverfahren vergeben wie z.B. der Jugendbericht 2018 oder die Analyse verschiedener Systeme der Zuweisung von Stundenkapital und Finanzierung von Schulen.
 
Darüber hinaus hat das Centrum voor Taal & Onderwijs die Niederländischkenntnisse der ostbelgischen Schüler des 4. und 6. Sekundarschuljahres evaluiert.
Auch der Bürgerdialog zum Thema Kinderbetreuung wird von Forschern der KU Leuven, genauer gesagt, vom Centrum voor politicologie, wissenschaftlich begleitet.
 
Diese Kooperationen sind entweder auf Anfrage von bestimmten Diensten oder auf Initiative von WifO entstanden.
Frau Müller ist stets bemüht, Personen, Dienste, Institutionen oder Unternehmen miteinander zu vernetzen.
 
Sie sucht den persönlichen Kontakt zu den verschiedenen Akteuren, informiert sich über anstehende Projekte und leitet Informationen weiter, wenn eine Zusammenarbeit sinnvoll scheint.
 
WifO soll in erster Linie den Forschungsbedarf der ostbelgischen Akteure eruieren und decken.
Die Koordinationsstelle trägt aber auch zum Standortmarketing bei, indem sie die Universitäten dazu ermutigt, Forschungsarbeit in Ostbelgien zu betreiben:
 
So können Studenten der KU Leuven dieses Jahr erstmals Themen aus Ostbelgien für ihre Masterarbeit auswählen.
Die Regierung hat dazu mögliche Themen für Masterarbeiten im Gesundheits- und Sozialwesen vorgeschlagen.
 

Auch werden Studenten der KU Leuven im Rahmen ihrer Ausbildung zum Master in Tourismus in den nächsten 6 Monaten ein Projekt mit dem Rat für Stadtmarketing der Stadt Eupen durchführen .
 
Die Betriebe in Ostbelgien wurden im Januar 2017 über einen Newsletter der Industrie- und Handelskammer über WifO informiert.
Größere Betriebe wie das Kabelwerk hat Frau Müller persönlich aufgesucht. Bezüglich der kleinen und mittelständischen Unternehmen steht die Koordinatorin derzeit in Kontakt mit dem Digital Hub Cologne, um zu erörtern, wie dieser ostbelgische Unternehmen im Zuge der Digitalisierung unterstützen könnte.
 
WifO wird in Zukunft weitere Schritte unternehmen, um die hiesigen Betriebe über seine Dienstleistungen zu informieren.
Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Dienstleistungen von WifO komplementär sind zu denen der FH Aachen.
 
Frau Müller und Frau Pielen, die Koordinatorin für Innovationstransfer und Studienberatung der FH Aachen in Ostbelgien, pflegen einen regelmäßigen Kontakt. Da, wo die FH Aachen die KMU beispielsweise mit praktischen Anwendungen im Maschinenbau unterstützen kann, soll die FH Aachen dies auch tun.
Derartige Anfragen leitet WifO an die FH Aachen weiter.
Die Aufgabe des WifO ist es, Anfragen von Unternehmen zu analysieren und sie dem bestmöglichen Partner zuzuweisen, sei es innerhalb oder außerhalb des WifO- Abkommens.
 
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.