Plenarsitzung vom 25. September 2017

Rede von Evelyn Jadin, Gemeinschaftsabgeordnete

zur Gemeinschaftspolitischen Erklärung


Sehr geehrter Herr Präsident,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen aus Parlament und Regierung,

 

Bildung sichert Zukunft, denn besonders das Qualifikationsniveau beeinflusst die Chance einen Job zu haben oder neu zu finden. Menschen, die im Durchschnitt geringere Qualifikationen aufweisen, haben auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu Menschen, die einen Fachabschluss vorweisen können schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Eine gute und kohärente Beschäftigungspolitik geht daher mit einem stabilen Bildungswesen einher.

Bildung versteht sich als zentraler Schlüssel für Beschäftigung und ermöglicht positivere Erwerbs- und Einkommenschancen und sichert zukünftige Fachkräfte und Experten.

Mein Kollege und Fraktionsvorsitzender Gregor Freches ist bereits auf diesen mehr als wichtigen Punkt eingegangen, sodass sich eine Wiederholung meinerseits erübrigt.

Wer von Beschäftigung spricht, der darf auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht aus den Augen verlieren.

Wie kann man beidem, Familie und Beruf, gerecht werden, denn erfüllend ist das eine wie das andere.

Work-Life-Balance ist der Ansatz, um Beruf- und Privatleben ausgewogen zu gestalten. Eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik als Faktor der Arbeitgeberattraktivität bedeutet eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Beschäftigte.

Aus Sicht der Arbeitgeber ist Work-Life-Balance lange nicht mehr nur soziales Engagement gegenüber den Beschäftigten. Der demografische Wandel und Fachkräftemangel macht eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik zu einer zukunftsorientierten Unternehmensstrategie, die für Arbeitgeber einen klaren Mehrwert schafft. Wollen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie auf diese Entwicklungen und Anforderungen reagieren.

Dazu zählen:

• Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
• familien- und lebensphasenbewusstes Führen
• Gesundheitsmanagement
• Generationenmanagement
• Und vieles mehr.

Neben den privaten Anstrengungen muss aber auch die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.

Die Verfügbarkeit einer geeigneten Tagesbetreuung ihrer Kinder ist für viele Eltern eine Notwendigkeit, um Beruf und Familie vereinbaren zu können.

 

PFF Work-Life-Balance3

Die DG verfolgt das ambitiöse Ziel 100% des tatsächlichen Bedarfs decken zu wollen.

 

  • 2015 wurde in St. Vith eine Kinderkrippe mit 24 Betreuungsplätzen in Betrieb genommen,
  • In Hergenrath sollen 36 Betreuungsplätze ermöglicht werden,
  • Ein Ausbau der bestehenden Kinderkrippen in Eupen und Sankt-Vith ist bereits für 2019 in Planung.
  • In Hauset wurde ein Kinderhort und zwei Standorte der außerschulischen Betreuung anerkannt.
  • Das Budget für das RZKB und die außerschulische Betreuung ist innerhalb von nur 2 Jahren um 23% erhöht worden.
  • In Eupen wurde Anfang des Monats ein Tagesmütterhaus mit 12 Betreuungsplätzen eröffnet.

Neben dieser Vielzahl an bereits getroffenen Maßnahmen, planen die Regierung und der zuständige Herr Minister Antoniadis die Ausarbeitung eines Masterplans im Bereich der Kinderbetreuung, der diese ausbauen und verbessern soll.

Ich freue mich bereits jetzt auf die Vorstellung dieses Masterplans und die Diskussionen hierzu im Ausschuss.

Um den Familien gegenüber Ihre Anerkennung und Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen hat die Regierung neben den Betreuungsmaßnahmen auch eine ehrgeizige Reform des Kindergeldes vorgenommen und keine Mühen gescheut diesbezüglich mehr Geld in die Hand zu nehmen.

Es handelt sich um eine zusätzliche finanzielle Anstrengung in Höhe von 1,2 Millionen Euro, wovon mehr als die Hälfte durch Einsparung in der Verwaltung (etwa 700.000 €) kompensiert wird.
Ab 2019 werden über 70% der Familien mehr Kindergeld erhalten als dies im aktuellen System der Fall ist.

Last but not least, erscheint mir im Zusammenhang mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch die der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wichtig. Hier muss meines Erachtens nach die Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit gewährleistet sein schließlich befindet sich ein Großteil der Hauptpflegepersonen noch im erwerbsfähigen Alter.

Es bedarf demnach einer stärkeren Zusammenarbeit und Vernetzung von privaten Pflegepersonen und professionellen ambulanten Pflegediensten.

Auch dieser Aspekt wurde von der Regierung nicht außer Acht gelassen. Wurde vergangene Woche nicht zuletzt der Masterplan für die stationäre Gesundheitsversorgung und Seniorenhilfe in der Eifel vorgestellt.

Meine werten Kolleginnen und Kollegen,

wir sind gewillt und in der Lage an unseren Herausforderungen zu wachsen, Verantwortung zu übernehmen und uns an geänderte Gegebenheiten anzupassen und effektiv diesbezüglich zu agieren wie es unsere Mitbürger von uns erwarten.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Evelyn JADIN

Gemeinschaftsabgeordnete