Wir fragen nach! SEC 2010-Normen – Wie läuft die Anpassung der Buchhaltung der Gemeinden?!

Classé dans : Allgemein, Home, Wirtschaft | 0

 

Regierungskontrolle vom 11. September 2017 – Ausschuss I für Allgemeine Politik, Petitionen, Finanzen und Zusammenarbeit

 

Frage von Gregor FRECHES zur zukünftigen Anwendung der SEC 2010-Normen auf Gemeindeebene

 


Die Anwendung der SEC 2010-NORMEN steht vor der Tür. Dies bedeutet u.a. ein einheitliches Buchhaltungssystem auf Ebene der DG.

 

Die Gemeinden der DG werden in dieses neue Buchhaltungssystem, welches eine Konsolidierung der Buchungen generieren soll, Schritt für Schritt eingebunden.

 

Die Stadt EUPEN (als grösste Gemeinde und folgendermassen auch die Kommune mit den meisten Buchungen) wurde als Pilotprojekt auserkoren.

 

Mit den dort gesammelten Erfahrungen soll die Einbindung der 8 anderen Gemeinden in mehr oder weniger naher Zukunft leichter vollzogen werden.

 

Meine Fragen an Sie werter Herr Ministerpräsident lauten daher folgendermassen :

 

  • Ist das Pilotprojekt bereits angelaufen?
  • Falls nicht, wann wird damit begonnen werden?
  • Wie hoch beziffert die Regierung der DG die Kosten für dieses Pilotprojekt?

 

Im Voraus vielen Dank für ihre geschätzte Antwort.

 

Gregor FRECHES

Fraktionsvorsitzender der PFF

PFF SEC Normen

Antwort des Ministerpräsidenten: 

Nachdem bereits im Frühjahr 2017 Treffen mit allen Gemeinden zur allgemeinen Information über SEC 2010-Normen stattgefunden haben, ist kürzlich in der Tat ein erstes Projektmeeting mit Vertretern aus der Stadt Eupen als Pilotgemeinde durchgeführt worden.
 
Während dieser Sitzung wurden die absehbaren Einzelheiten einer Einführung der Buchhaltungssoftware SAP ERP diskutiert.
 
Es wurde ein grober Projektfahrplan erarbeitet, der die wichtigsten Etappen enthält.
 
Wir haben uns zudem auf die Gründung einer Expertenrunde verständigt, die die Einführung des neuen Buchhaltungssystems eng betreuen wird.
 
Außerdem wurde vereinbart, dass bis Ende 2017 eine Informationsversammlung mit allen Finanzschöffen und Finanzdirektoren der Gemeinden stattfinden wird, um die Haushaltsordnung der Deutschsprachigen Gemeinschaft – den zukünftigen anwendbaren Rechtsrahmen der Gemeinden also – im Detail vorzustellen.
 
Der Grobfahrplan sieht zusammengefasst vor, dass ab dem 01.01.2019 mit einer Testphase der täglichen Buchungen in SAP innerhalb der Stadt Eupen begonnen werden soll.
 
Mit Datum zum 01.01.2020 soll dann das SAP-System produktiv eingesetzt werden.
 
Neben der SAP-Buchhaltung soll gleichzeitig die Haushaltsplanung und das Management-Reporting mit den in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bereits eingesetzten Systemen harmonisiert werden.
 
Hierfür konnten wir mit der novem business applications GmbHaus Hamburg einen sehr erfahrenen Partner gewinnen.
 
Für den Betrieb und die Testphase der SAP-Software werden wir auch weiterhin auf einen verlässlichen regionalen Partner, die regio IT aus Aachen, setzen.
 
Hauptaufgaben der regio IT werden sein:

  • das Hosting der entsprechenden Server
  • die Einrichtung des SAP-Systems
  • die Verwaltung der Benutzerrechtlinien
  • der laufende Betrieb inklusive der technischen Unterstützung der Power-User
  • sowie die Programmierung von Kunden-Aufgaben

Bereits jetzt werden ministeriumsintern – mit Blick auf die Integration der Gemeinden – neue Module der SAP-Software eingesetzt.
 
Eine Besonderheit bei der Integration der Gemeinden wird die Behandlung der Steuern sein, für die spezielle SAP-Module benötigt werden.
 
Aus den bisherigen gesammelten Erfahrungen der SAP-Implementierung bei den Diensten mit getrennter Geschäftsführung und den Einrichtungen öffentlichen Interesses ist schätzungsweise davon auszugehen, dass die Einführung von SAP bei der Stadt Eupen Kosten in Höhe von 50.000,- EUR bis 100.000,- EUR verursachen wird.
Diese Kosten werden von der Deutschsprachigen Gemeinschaft übernommen.
 
Auf die Gemeinden werden zukünftig lediglich jährliche Unterhaltslizenzkosten für die Benutzung der SAP-Buchhaltung zukommen.
 
Diese Kosten sind schwer abzuschätzen, da sie aufgrund der Anzahl der Benutzer und deren Zugriffsrechte variieren werden.