Wie ist der Stand der Dinge bei der Analyse von Maßnahmen für Hörgeschädigte?!


 

Regierungskontrolle vom 7. Juni 2017 – Ausschuss IV für Gesundheit und Soziales

Frage von Evelyn JADIN zum Thema
« Angemessene Vorkehrungen für Personen mit Hörschädigungen »

 


 

Unser Gehörsinn – einer unser 5 Sinne – spielt eine Schlüsselrolle im aktiven Leben und ist ein wahres Multitalent. Die Welt der Klänge, der Laute und der Geräusche ermöglicht uns nicht nur zwischenmenschliche Kommunikation, sondern erlaubt uns Orientierung und warnt uns vor Gefahren.

Ein Verlust ist verhängnisvoll und von schwerwiegenden Folgen begeleitet, seien sie seelischer, körperlicher oder sozialer Natur.  Kommunikationsbarrieren entstehen, die es gilt, abzubauen, um der drohenden Isolation entgegenzuwirken. Denn es ist nicht nur wichtig gehört, sondern auch verstanden zu werden.

Um die Zukunft Ostbelgiens aufzubauen und zu gestalten, stehen Inklusion und Selbstbestimmung im Zentrum unseres politischen Handelns.

Im Zukunftsprojekt „Vielfalt leben“ des Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) beschäftigt sich ein ganzer Themenbereich mit den „angemessenen Vorkehrungen für Personen mit Hörschädigungen“, deren Auswirkungen und Vorraussetzungen laut Zeitschiene während dem zweiten Halbjahr 2016 und dem ersten Halbjahr 2017 analysiert werden sollten.

 

Meine Frage nun hierzu:

 

Wie weit ist die Analyse fortgeschritten?

Welche Informationen konnten bereits aus besagter Untersuchung gewonnen werden?

PFF Hörgeschädigte

Antwort des Ministers: 

Die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben (DSL) ist mit der Durchführung des Zukunftsprojektes „Vielfalt Leben“ betraut. Zur Vorbereitung der von Ihnen angesprochenen Maßnahme hinsichtlich der angemessenen Vorkehrungen für Personen mit Hörschädigungen hat die Dienststelle am 3. November 2016 in den Räumlichkeiten der Pater-Damian-Sekundarschule in Eupen und im Rahmen der REK Veranstaltungsreihe Ostbelgien und Du einen Infotag rund ums Thema „Hören und Nicht-Hören“ durchgeführt.

Dieser Tag war sozusagen der Startschuss dieses Arbeitsschrittes und er hat nochmals bestätigt, dass eine Hörbeeinträchtigung sehr vielschichtig sein kann. Das stellt uns angesichts der Kleinheit der Gemeinschaft vor Herausforderungen.

Diese Vielschichtigkeit erfordert eine vielschichtige Antwort für oftmals kleine Gruppen von Menschen in vielen Lebenslagen. Die entsprechende Analyse der DSL samt Handlungsoptionen liegt noch nicht vor. Sie wird mir nach dem Sommer vorgestellt. Anschließend werden wir die weitere Vorgehensweise festlegen und dazu kommunizieren.

Eine Umsetzung der Maßnahmen wird neue Finanzmittel in Anspruch nehmen müssen. Neben den technischen Mitteln wird auch das Thema deutsche Gebärdensprache eine Rolle spielen.

Um mir in der Zwischenzeit selbst ein Bild der Situation der Hörgeschädigten zu machen, werde ich gemeinsam mit Vertretern der DSL am 6. Juli 2017 die David Hirsch Schule in Aachen besuchen. Diese Bildungseinrichtung ist Vorreiter in der Förderung von Kindern mit einer Hörbeeinträchtigung und bietet bereits im Vorschulalter eine Frühförderung an.