Was steckt hinter dem Projekt KFZ 4.0?

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Regierungskontrolle vom 11. Mai 2017 – Ausschuss III für Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung

 

Frage von Gregor FRECHES zum Thema
KFZ 4.0


 

Im April 2017 startete das ZAWM ein großes neues Projekt Kfz 4.0, in dem sich das ZAWM den Herausforderungen für die Kfz-Betriebe im Zuge der Elektromobilität und der Digitalisierung widmen.

In diesem Zuge suchte das ZAWM als Verstärkung für diesen Unterricht einen Koordinationslehrer für die Kfz-Mechatroniker.

 

Meine Fragen nun hierzu :

 

  • Wie sieht dieses Projekt KFZ 4.0 aus?
  • Ist man bei der Suche zum Koordinationslehrer fündig geworden?

 

Vielen Dank für Ihre geschätzte Antwort!

 

PFF Kfz 4.0

 

 

Antwort des Bildungsministers: 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Werte Kolleginnen und Kollegen,

 

die Regierung hat dem ZAWM Eupen am 26. Januar 2017 für das Projekt „Kfz-Betrieb 4.0“ eine Kofinanzierung in Höhe von 264.524,25 Euro zugesagt.

Die Auszahlung der Kofinanzierung erfolgt auf Basis der für förderfähig erklärten Kosten. Das komplette Projekt-Budget mit einer Projekt-Laufzeit von 3 Jahren beträgt etwa 2,5 Millionen Euro.

Der Leiter des Projektes „Kfz-Betrieb 4.0“, Herr Gino Decoster vom ZAWM Eupen, wird bei der Projektumsetzung mit Partnern aus Belgien (EDUCAM, AutoForm, UCCL Limburg), den Niederlanden (Arcus College) und Deutschland (FH Aachen) zusammenarbeiten.

Das Projekt wurde am 2. Februar 2017 vom Begleitausschuss des Interreg-Programms Euregio Maas-Rhein genehmigt und ist inzwischen bereits angelaufen.

 

Dieses Projekt ist eine Antwort auf drei aktuelle Entwicklungen, die enorme Auswirkungen auf das Überleben kleiner und mittlerer Kfz-Betriebe haben werden:

  • erstens: WEB 4.0,
  • zweitens: Elektromobilität,
  • drittens: fahrzeugtechnische Innovationen (z.B. Assistenz-systeme und vernetzte Autos).

Diese Entwicklungen können Arbeitsplätze gefährden aber auch neue wirtschaftliche, berufliche und gesellschaftliche Möglichkeiten bieten.
Zwar obliegt es der Automobilindustrie, diese technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen umzusetzen, aber es bedarf solcher Projekte, um den Anschluss von kleinen und mittleren Betriebsstrukturen sowie ihrer aktuellen und zukünftigen Mitarbeiter an diese Zukunftsthemen zu sichern.

 

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, Unternehmen und Fachkräfte des Kfz-Gewerbes dabei zu unterstützen, den Wandel hin zu alternativen Antriebstechniken, innovativer Fahrzeugtechnologie sowie neuen Wirtschafts- und Vertriebsmodellen zu initiieren und erfolgreich umzusetzen.

 

Durch das Projekt soll sich durch die Partnerschaften zwischen Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung, Unternehmen und Branchenorganisationen sowie Hochschulen ein gut funktionierendes Wissensdreieck entwickeln, von dem alle teilnehmenden Institutionen profitieren können.

 

Im Rahmen des Projektes wird in vier Arbeitspaketen ein Schulungskonzept entwickelt, das in Tiefe und Breite flexibel erweiterbar ist.

Dabei wird im ersten Arbeitspaket ein neues Konzept für Multimedia-Lehrgänge entwickelt.

 

Im zweiten Arbeitspaket wird eine Internetplattform aufgebaut, die einen schnellen Austausch von Informationen zwischen Lehrkräften und Schülern ermöglichen soll. In einem dritten Arbeitspaket sollen zielgerichtete Kursmodule als interaktive Abendveranstaltung (Workshops und Unternehmerrundtische) konzipiert werden. Auch Tage der Elektromobilität und der Fahrerassistenzsysteme für die breite Öffentlichkeit sind geplant.

 

Schließlich werden in einem vierten Arbeitspaket mehrere Apps, die eine Hilfe beim Kauf eines neuen Autos beispielsweise unter Berücksichtigung des CO2-Ausstoßes darstellen, entwickelt.
Diese Apps beziehen somit den mündigen Verbraucher aktiv in die Projektaktivitäten ein.

 

Das Projektziel deckt einen akuten Bedarf, indem es Megatrends im Automobilsektor für kleine und mittlere Kfz-Betriebe greifbar und nutzbar machen möchte.

Automobilverbände der drei beteiligten Länder unterstützen das Projekt „Kfz-Betrieb 4.0“. Dadurch bestätigen sie, dass das Projekt wichtig für das gesamte Kfz-Gewerbe ist.

 

Kollege Freches, abschließend möchte ich noch kurz Ihre zweite Frage beantworten.
Ja, das ZAWM Eupen hat einen Koordinationslehrer für die Kfz-Mechatroniker gefunden. Die Stelle wird von einem Person bekleidet, die neben ihrer Tätigkeit in einer Kfz-Werkstatt auch einige Jahre Unterrichtserfahrung vorweisen kann.