Euregiobahn: konstruktive Gespräche mit Mobilitätsminister BELLOT

Classé dans : Home | 0

Am gestrige Vormittag hat Mobilitätsminister François BELLOT die Föderalabgeordnete Kattrin JADIN, Raerens Bürgermeister Hans-Dieter LASCHET und sowie Leo KREINS als Vertreter der Tourismusministerin Isabelle WEYKMANS in Brüssel zu einer Arbeitssitzung bezüglich einer eventuellen Anbindung der Euregiobahn an die belgischen Bahnhöfe Raeren und Eupen empfangen.

 

Nachdem die Föderalabgeordnete Kattrin JADIN dem Mobilitätsminister das Projekt ausführlich dargelegte, hat BELLOT sehr gesprächsbereit das Wort ergriffen und seine Sichtweise vorgetragen. Zwar wurde von vornerein klar gesagt, dass die Gesamtsumme auf belgischer Seite nicht alleine seitens INFRABEL getragen werden kann, doch erklärte er den Anwesenden, welche Schritte zu befolgen seien, um das Projekt in gute Bahnen zu leiten.

 

Obschon die TRITEL-Studie im Jahr 2012 ergeben hat, dass die Kosten auf belgischer Seite für die Instandsetzung des Schienenverkehrs bis zur deutschen Grenze bei rund 14 Millionen € liegen würden, wird der Minister eine neue Studie für die besagte Teilstrecke in Auftrag geben lassen“, erklärt Kattrin JADIN kurz nach dem Arbeitstreffen.

 

PFF EuregiobahnJADIN

 

Der Minister legte den Anwesenden nahe, sobald die Kostenschätzungen auf belgischer Seite sowie auf deutscher Seite vorliegen, solle ein gemeinsamer Förderantrag bei der EU eingereicht werden, um so die nötigen Subsidien zu erhalten, da INFRABEL allerhöchstens 30% der Kosten auf belgischer Seite übernehmen könnte. Chancen rechnet BELLOT dem Projekt zu, da sowohl der Aspekt Tourismus (zum Bsp. die RAVeL-Strecke) als auch der Aspekt der Bevölkerungsentwicklung, u.a. durch die Erweiterung des Campus Aachen, eine Rolle in dem Vorhaben einnehmen. Deswegen ist der Mobilitätsminister auch bereit, den Antrag zu unterstützen.

 

Ich war sehr positiv von der offenen Haltung des Ministers überrascht und habe die Gunst der Stunde genutzt, um ihn über zwei weitere Projekte in der Gemeinde Raeren zu befragen“, so das Raerener Gemeindeoberhaupt Hans-Dieter LASCHET.

 

LASCHET wollte vom Minister wissen, ob die SNCB bereit wäre, das etwas in die Jahre gekommene Bahnhofsgebäude in Raeren an Investoren  zu verkaufen, die daraus eventuell einen Wohnkomplex oder  vielleicht sogar ein kleines Hotel errichten wollen.

 

Die direkte Lage zur RAVeL-Strecke sei ideal für ein solches Vorhaben, so der Bürgermeister. Auch in dieser Angelegenheit agierte der Minister sehr konstruktiv und betonte, dass die SNCB sicher bereit wäre, das Gebäude und umliegendes Gelände zu verkaufen, die Bahngesellschaft jedoch gerne einen kleinen Teil des Grundstücks für sich behalten würde. Denn wenn es tatsächlich wieder zu einer Inbetriebnahme des Bahnverkehrs kommen sollte, müssten dort noch Abstellplätze für Autos und Fahrräder sowie ein kleiner Fahrkartenschalter errichtet werden.

 

Seitens der Gemeinde Raeren aber auch seitens ‚Ostbelgien‘ bemüht man sich sehr darum, das Bahnhofsgelände Raeren, welches gleichzeitig auch das Tor zum ostbelgischen Teil der RAVeL-Strecke ist, in den kommenden Jahren aufzuwerten und attraktiver für den Tourismus zu gestalten.

 

Geht es nach der Meinung des Ministers, steht den geplanten Vorhaben im Wesentlichen nur noch die Finanzierung im Wege, wobei sich die Kostenfrage auf belgischer Seite relativ in Grenzen hält.

 

Etwas anders sieht es da zurzeit noch auf deutscher Seite aus, wo zwei erhebliche Ausgaben auf den privaten Schienenbetreiber EVS zukommen, nämlich einerseits der Neubau eines Viaduktes und andererseits die Restaurierung eines Viaduktes. Zumindest was das Rüstbach-Viadukt zwischen Stolberg und Breinig betrifft, soll es noch im Monat Juni 2017 grünes Licht seitens der NVR für den Neubau geben und somit in absehbarer Zukunft eine Verlängerung der Euregiobahn bis Breinig ermöglichen. Und eben dieser Bahnhof in Breinig ist der vorletzte vor der deutsch-belgischen Grenze…

 

Wir dürfen mit Spannung erwarten, was die anstehenden NRW-Wahlen ergeben, denn je nach Wahlausgang, könnte auf deutscher Seite Bewegung ins Projekt „Euregiobahn bis Eupen“ kommen. Spätestens 2023 muss eine Entscheidung in dieser Angelegenheit gefallen sein, denn das Eisenbahnbundesamt hat der EVS mit der Entwidmung der Gleise zwischen Breinig und Walheim gedroht, sollten diese nicht bis dahin wieder in Betrieb genommen sein“, so die Föderalabgeordnete Kattrin JADIN abschließend.