Ketteniser teilten ihre Sorgen und Wünsche mit den Stadtverantwortlichen!

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Nah am Bürger sein, ein offenes Ohr für seine Sorgen und Wünsche haben, und den offenen Meinungsaustausch mit den Bürgern suchen. Das ist das erklärte Ziel der Nachbarschaftsdialoge, die die PFF-Fraktion im Eupener Rathaus, neulich ins Leben rief, nachdem sie in den vergangenen Jahren wertvolle Anregungen für ihre politische Arbeit aus den thematischen Bürgerforen geholt hatte. Acht Vierteltreffen sind bis Ende des Jahres geplant. Den Auftakt machte am 27. März Kettenis. Und dort wurden viele Fragen beantwortet, intensiv diskutiert und konstruktive Vorschläge gemacht.
 
 
 

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In Kettenis ziehen seit Jahren immer wieder neue Parzellierungen junge Familien an. Kettenis wächst. Weitere 268 (!) Wohneinheiten sollen in den kommenden Jahren hinter dem Kalkofen, Trüchenstein, Langenbend und Beginenweg entstehen. Auch das ehemalige Betriebsgelände Falkenberg an der Talstraße und die dahinter liegenden Felder warten darauf irgendwann parzelliert zu werden – auch wenn das momentan, laut den Stadtvertretern nicht aktuell ist. Doch wie wirken sich diese Entwicklungen auf die Mobilität in und um Kettenis aus – da wo die Aachener Straße mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen jetzt schon von den Dorfbewohnern ein Dorn im Auge ist. Sie teilt das Dorf nicht nur in zwei; dort wird auch viel zu schnell gefahren; und so manche Kreuzung stellt ein Sicherheitsrisiko dar, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig.
 
 
 
Aachener Straße beruhigen
 
Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg, die Schöffen Philippe Hunger und Michael Scholl, die Föderalabgeordnete und PFF-Fraktionssprecherin im Eupener Stadtrat, Kattrin Jadin, sowie die Regionalabgeordnete, Jenny Baltus-Möres, wiesen darauf hin, dass schon seit geraumer Zeit Gespräche mit der Wallonischen Region (MET) laufen, um die Aachener Straße zu entschleunigen. So sind u.a. Kreisverkehrsplätze an der Weimser Straße sowie auf Höhe des Restaurants „Mesopotamia“ und weitere Beruhigungsmaßnahmen angedacht. Außerdem sollen die neuen Parzellierungen über verschiedene Wege angefahren werden, um den Verkehr zu verteilen und eine weitere Belastung der Aachener Straße weitestgehend zu vermeiden. „Wir arbeiten daran, aber einfach wird das nicht“, gaben sie unverblümt zu. Deshalb würden sie sich über jede Anregung aus der Bevölkerung freuen und diese mit in die Überlegungen einfließen lassen. Und prompt kam auch ein konkreter Vorschlag: die Einrichtung einer Stichstraße neben der Sporthalle, damit Autofahrer vom Parkplatz ‚Panneshof‘ aus das Gelände über die Weimser Strasse verlassen können und nicht gezwungen sind die Aachener Straße zu benutzen.
 
 
 
Die letzte Kneipe schließt bald
 
Ein weiteres Thema war die Dorfkneipe. Bald gibt es keine mehr, und somit auch kein Treffpunkt für die Ketteniser mehr. „Könnte man nicht eine Kneipe von den Vereinen gemeinsam verwalten lassen, so wie dies in vielen Ortschaften der Eifel vorexerziert wird“, so die Frage eines Teilnehmers. „Kann man“, so Philippe Hunger, und die Stadt würde das auch unterstützen. Gespräche in dieser Richtung habe es auch schon mit verschiedenen Vereinen gegeben, aber keiner wolle den Betrieb machen. „Vielleicht müssen wir ganz einfach abwarten bis wirklich keine Kneipe mehr da ist. Dann sieht man vielleicht eher den Bedarf ein und sind die Vereine möglicherweise eher bereit aktiv zu werden“, so der Fragesteller. Es könnte auch ein Gesprächsthema für den Beirat für Ketteniser Vereine sein – ein Vorschlag eines weiteren Teilnehmers, damit Vereine besser miteinander kommunizieren und beispielsweise ihre Aktivitäten besser auf einander abstimmen.
 
 
 
Hundekot, Straßenbeleuchtung und Vieles mehr
 
Und so kamen noch eine ganze Reihe von Themen aufs Tapet, von der dringenden Renovierung des Glashauses am ehemaligen Gemeindehaus, über die noch nicht existierenden Pläne für das „Landhaus Kettenis“, das Dauerärgernis Hundekot und illegale Müllentsorgung entlang der Promenade und anderenorts, die Renaturierung von Teichen und Tümpeln in Zusammenarbeit mit den Landwirten, der Verkehrsberuhigung in der Nohn, eines Stromanschlusses für Veranstaltungen am ehemaligen Gemeindehaus, der fehlenden Straßenbeleuchtung am Lindenberg, bis hin zur Anbindung des Eupener Bahnhofs entlang der Eisenbahnstrecke mit dem Vennbahn-Radweg in Raeren.
 
Ein ergebnisreicher Abend also. Jetzt sind die Stadtverantwortlichen gefordert diese Anregungen in ihre politische Arbeit einfließen zu lassen. Man darf gespannt sein, inwiefern sich die eine oder andere Anregung schon bald realisieren lässt.
 
 
 

Nächster Nachbarschaftsdialog: in der Unterstadt, am 24. April, um 19 Uhr in ‚La Rocca‘, Kügelgasse.