Für mehr soziale Unterstützung der Landwirte

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Bei einer Plenarsitzung des Parlaments der Wallonie vom 22. März 2017 wurde u.a. eine Resolution zur Verbesserung der sozialen Unterstützung für Landwirte angenommen. Bereits im Ausschuss hatte die MR-Fraktion ihre Unterstützung zugesagt, nachdem sie zuvor noch einige Abänderungen in den Text hatte einbringen können.

Insbesondere Landwirte in Schwierigkeiten sollen künftig besser unterstützt werden, sei es durch eine Verbesserung der Sichtbarkeit der verschiedenen Hilfseinrichtungen und der bestehenden Angebote, oder auch durch eine entsprechende Sensibilisierung angehender Tierärzte in Bezug auf eventuell gefährdete Landwirte. Ziel ist es, frühzeitig präventive Maßnahmen ergreifen zu können. Auch wird die Regierung dazu aufgefordert, die in der Wallonischen Region bestehenden Maßnahmen zur sozialen Unterstützung mit dem Angebot der Nachbarregionen zu vergleichen, damit hier gegebenenfalls nachgebessert werden kann. Und schließlich gehört auch eine bessere Erforschung der Hintergründe für Suizide im landwirtschaftlichen Sektor zu den Forderungen.

 

Baltus-Möres, die sich bereits in die Ausschussarbeiten zu der Resolution eingebracht hatte, sprach im Rahmen ihrer heutigen Intervention in der Plenarsitzung auch die kürzlich lancierte Kampagne „40 Tage ohne Fleisch“ an und übte heftig Kritik daran: „Es versteht sich von selbst, dass diese Idee vom landwirtschaftlichen Sektor sehr schlecht aufgenommen wurde. Während die große Mehrheit der Landwirte sich bemüht, qualitativ hochwertige Lebensmittel für ihre Mitmenschen herzustellen, werden sie durch solche Kampagnen pauschal an den Pranger gestellt und leiden unter den Auswirkungen. Der Konsum von Fleisch sollte immer noch jedem selbst überlassen bleiben.“

 

Angesichts hartnäckig bestehender Vorurteile und Vorwürfe in Bezug auf das Berufsbild des Landwirts, sei es umso wichtiger, so die Regionalabgeordnete, sich auf politischer Ebene für eine angemessene Entlohnung für Landwirte sowie den seit langer Zeit erwarteten Bürokratie-Abbau der aktuell immer noch viel zu schwerwiegenden Verwaltungslast einzusetzen. Man erwarte hier mit Spannung die Resultate, die Minister Collin für den Monat Juni angekündigt hat.

 

Begrüßen könne man vor diesem Hintergrund die Einrichtung des neutralen und absolut vertraulichen Beratungsbüros „Agricall“, sowie dessen Abteilung für Finanzberatung „Finagri“. Baltus-Möres wies hier noch einmal darauf hin, dass die Verbraucherschutzzentrale (VSZ) die Finagri-Kontaktstelle für deutschsprachige Landwirte ist. Damit entsprechende Audits und Finanzanalysen auch für deutschsprachige Landwirte durchgeführt werden können, leiste die VSZ wichtige Vermittlungs- und Übersetzungsarbeit.

 

Allerdings kann aktuell nicht davon ausgegangen werden, dass die verschiedenen Beratungsmöglichkeiten überall ausreichend bekannt sind.

Die Liberalen hatten sich deshalb dafür stark gemacht, dass die Resolution ebenfalls vorsehen müsse, dass die Landwirte auch über die bestehenden Einrichtungen informiert werden. Ein Wunsch, dem nachgekommen war.

 

So hoffen die Parlamentarier schließlich, dass sie durch die vorliegende Resolution dazu beitragen können, den Landwirten ihr Leben ein kleines bisschen zu vereinfachen. „Auch ist es wichtig, mit der Unterstützung dieser Resolution ein Zeichen zu setzen. In unserer Gesellschaft begegnen mir immer noch zu viele Vorurteile und zu wenig Respekt für die Arbeit der Landwirte. Dies ändert sich zwar meist schnell, wenn man sich ernsthaft mit der Materie befasst, doch das scheint leider keine Selbstverständlichkeit zu sein. Vielleicht kann die Resolution dieses Umdenken beim ein oder anderen Bürger anstoßen.“, so die Regionalabgeordnete.

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Jenny Baltus-Möres unter der 0474/837354 oder ihren Mitarbeiter Damien Haag unter der 0495/627162.

 

Landwirtschaft-Jenny-28.03.2017