Aufruf zum Standortmarketing

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Ostbelgien im März 2017

Der Startschuss für die Standortmarke „Ostbelgien“ wurde am Mittwoch, den 15. März 2017 im St. Vither Triangel gegeben. Parlamentspräsident Alexander Miesen lud mit seinem Appel alle Ostbelgier zum Mitmachen ein.

Im Folgenden, liebe Leserinnen und Leser, die Rede von Parlamentspräsident Alexander MIESEN zum Nachlesen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Ostbelgier,

in unserem Parlament habe ich sehr oft die Gelegenheit Besucher nicht nur aus unserer Region, sondern auch aus vielen anderen Regionen zu empfangen. Nicht selten aus der Wallonie, aus Brüssel oder auch aus Flandern. Diese Menschen, die sich bei ihrem Besuch für unsere Region interessieren, konfrontieren mich dabei nicht selten mit der Frage wie es einer solch kleinen Gemeinschaft, einem so kleinen Teilstaat in Belgien denn gelingt eine solch weitreichende Autonomie zu gestalten wie wir sie innehaben. Immerhin sind wir in unserer Autonomie nicht nur unseren beiden großen Schwestergemeinschaften, der französischen und der Flämischen Gemeinschaft absolut gleichgestellt, sondern üben darüber hinaus auch noch Zuständigkeiten aus, die uns von der Wallonischen Region übertragen worden sind. Meine Antwort auf diese Frage lautet, dass es, neben der selbstverständlichen Anpassung unserer Politik an unsere spezifischen Bedürfnisse hier vor Ort, im Grunde zwei Schlüssel gibt, die uns zu einer erfolgreichen Autonomiegestaltung bringen: Der erste Schlüssel ist, dass wir Ostbelgier nach der Übernahme neuer Zuständigkeiten immer eine Reform zur radikalen Verwaltungsvereinfachung durchführen umso finanzielle und personelle Ressourcen zu sparen. Der zweite Schlüssel, und auf den möchte ich näher eingehen, ist der der Kooperation, der Zusammenarbeit. Zusammenarbeit mit externen Partnern, die wir u.a. über eine intensive Netzwerkarbeit ermöglichen. Aber und vor allem auch eine außergewöhnlich enge Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren innerhalb unserer Gemeinschaft. Dazu gehören unsere öffentlichen Einrichtungen (z.B. aus dem Gesundheitswesen), unsere Gemeinden, unsere Medien, unsere Sozialpartner, unsere Wirtschaft und viele mehr. Wenn es um die Grundinteressen unserer Region geht, und das ist bei unserer Autonomie der Fall, dann wird in Ostbelgien zusammengehalten. Und aus gutem Grund, denn wegen der relativen Größe der Region können wir uns, wenn es um Grundlegendes geht, etwas anderes auch nicht erlauben. Vielleicht hat diese besondere Eigenschaft Ostbelgiens aber auch etwas mit den Erfahrungen aus unserer besonderen, ja besonders schwierigen Geschichte zu tun. Wie dem auch sei, dass wir als kleine Gemeinschaft eine so große Autonomie erfolgreich gestalten können, beruht vor allem auch auf diese außergewöhnlich intensive und enge Zusammenarbeit unter den Ostbelgierinnen und Ostbelgiern. Gäbe es in Belgien so etwas wie eine Landesmeisterschaft in Zusammenarbeit, dann hielten wir Ostbelgier mit Sicherheit den Landespokal in unseren Händen.

Am heutigen Tage sind wir am Beginn von etwas Neuem. Wir gehen einen ersten Schritt auf einem neuen Weg. Es ist ein wichtiger Schritt, es ist ein mutiger Schritt und vor allem ist es auch ein notwendiger Schritt. Schon allein angesichts dessen was andere Regionen um uns herum an Standortmarketing auffahren, muss Ostbelgien mitziehen und ein eigenes zeitgemäßes Standortmarketing betreiben. Frei nach dem Credo: gehe mit der Zeit, sonst gehst Du mit der Zeit.

Die Frage nach dem Standortmarketing ist demnach auch eine grundlegende Frage für unsere Region. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Zukunftschancen für unsere Heimat.

Damit wir auch in dieser Frage erfolgreich sind, ist es von größter Bedeutung, dass wir auch hier zusammen arbeiten. Dass wir gemeinsam diesen neuen Weg gehen. Das Standortmarketing Ostbelgien ist daher eine Initiative die sich an jeden Ostbelgier richtet. Je mehr mitmachen, desto mehr Erfolg werden wir auch hier haben. Je mehr einzelne Akteure aus Gesellschaft, aus Wirtschaft, aus öffentlichen Einrichtungen usw. mit dabei sind, desto mehr wird ganz Ostbelgien von diesem neuen Weg profitieren und desto mehr Chancen entwickeln wir für unsere Region und ihre Menschen. Deshalb, liebe Ostbelgierinnen und Ostbelgier, lasst uns auch diesmal unser Erfolgsrezept der engen Zusammenarbeit zwischen allen Ostbelgiern anwenden. Wenn wir auch auf diesem Weg so zusammenarbeiten wie wir es in der Vergangenheit schon praktiziert haben, dann werden wir beweisen, dass wir trotz unserer Kleinheit nicht nur Autonomie können, sondern dass wir auch trotz unserer Kleinheit bereit, gewillt und in der Lage sind uns Zukunftschancen für unsere eigene Heimatregion zu ermöglichen.

Und es ist nicht wahr, wenn ich gelegentlich höre, dass wir zu all dem genannten zu klein seien und wir uns überschätzen würden. Wir haben in der Vergangenheit schon oft bewiesen, zu was wir trotz unserer relativen Größe in der Lage sind. Zudem haben wir in unserer Region so viele besondere Trümpfe in der Hand, dass die tatsächliche Größe unserer Region nicht allein eine Frage der Einwohnerzahl ist. Ostbelgien mag klein erscheinen, aber kleinzukriegen sind wir nicht.

Deshalb: Machen Sie mit beim Standortmarketing Ostbelgien und seien Sie dabei. Möglichkeiten zur Mitarbeit gibt es reichlich. Das Parlament, unsere höchste und von Ihnen gewählte Volksvertretung wird dabei selbstverständlich mit gutem Beispiel voran gehen.

 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Alexander Miesen

AM Ostbelgien O (002)