Weltfrauentag: Frauen in der Politik – Dringend gesucht !

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Der internationale Weltfrauentag am 8. März gibt mir Anlass auf die Situation von weiblichem politischem Engagement in Ostbelgien aufmerksam zu machen. Zwar gibt es bei politischen Wahlen die sogenannte Geschlechterquote auf den Kandidatenlisten, doch ist festzustellen, dass diese Quote nicht automatisch dazu führt, dass letztendlich ausreichend Frauen in politischer Verantwortung stehen.


 
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Die Anzahl der Frauen, die politisch Verantwortung tragen, ist im Vergleich zum weiblichen Anteil an der Bevölkerung auch in Ostbelgien zu gering. Dies gilt auch für das ostbelgische Parlament. Zu meinem Bedauern haben wir in letzter Zeit zwei weibliche Abgeordnete im Parlament verloren, welche durch Männer ersetzt worden sind. Die Beweggründe zum Rückzug der Damen kann ich allerdings vollauf nachvollziehen, ebenso wie die Motivation der männlichen Kollegen ihrer vom Wähler bestimmten Verantwortung im Parlament nachzukommen. Dennoch muss ich feststellen, dass die Frauenquote im PDG damit bedauerlicherweise noch weiter gesunken ist und zwar von 32% auf nunmehr 24%. Derzeit sind im PDG nur sechs von 25 Mitgliedern Frauen und das ist eindeutig zu wenig.

 

Wie viele Frauen politisch in Verantwortung stehen hängt natürlich maßgeblich vom Wählerwillen ab und nicht von der Geschlechterquote auf den Kandidatenlisten. (Für einige Frauen ist diese Quote sogar eher abschreckend, Stichwort „Quotenfrau“. ) Doch auch die Parteien sind in der Verantwortung. Sie können Frauen in der Politik fördern, indem sie z.B. ihre Gremien entsprechend besetzen oder bei der personellen Bezeichnung von bestimmten Mandaten auf ein ausreichendes Gleichgewicht der Geschlechter achten. Auch obliegt es der Verantwortung von Parteien Frauen den Platz einzuräumen, der ihnen legitimerweise zusteht. Nicht zuletzt spielen für ein erhöhtes politisches Engagement von Frauen auch die allgemeinen Rahmenbedingungen eine Rolle. Vereinbarkeit von Familie und Beruf bedeutet auch Vereinbarkeit von Familie und Politik. Die Anstrengungen der DG zur Förderung von Familienfreundlichkeit, etwa durch mehr Kinderbetreuung, spielen nicht nur in das Berufsleben von Frauen hinein, sondern auch in ihr eventuelles politisches Engagement.

 

Ich wünsche mir, dass wir in dieser Frage sehr bald weiter vorankommen, denn wir brauchen mehr Frauen in der ostbelgischen Politik.

 

Alexander Miesen

Parlamentspräsident