„Integration findet nicht einfach statt, sondern muss gestaltet werden!“

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Am vergangenen Montag, den 20. Februar 2017, hat sich das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft eingehend mit dem Thema „Integration“ befasst. Das Integrationskonzept der Regierung wurde vorgestellt. Ein Konzept, zu dem auch ein verpflichtender Integrationsparcours ab 2018 gehört.
 
Für unsere Gemeinschaftsabgeordnete Evelyn JADIN, die für die PFF-Fraktion das Wort ergriff, stellt die verpflichtende Teilnahme  ein deutliches Signal dafür dar, „dass unsere Grundwerte von Gleichheit, Freiheit und Selbstbestimmung nicht verhandelbar sind“.
 
Im Nachfolgenden finden Sie ihre komplette Stellungnahme zum Nachlesen.
 
 

 

20022017_EvelynIntegration
 
 
 
Sehr geehrter Herr Präsident,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen aus Parlament und Regierung,

 

zu diesem sehr bedeutenden und wichtigen Thema kann ich dem Gesagten meiner Vorredner natürlich nur zustimmen.

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Ziel muss sein, Menschen mit Migrationshintergrund gleiche Bildungs- und Berufschancen in unserer Gesellschaft zu gewähren, sie umfassend am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben zu beteiligen.

Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen und wissen, wie wir eine interkulturelle Gesellschaft aufbauen können, in der jeder gleiche Rechte, aber auch gleiche Pflichten hat.

Das erklärte Ziel bleibt auch weiterhin ein Zusammenleben der Kulturen.

Wir Liberale haben Migration schon immer als Chance und Integration und als eine wesentliche Aufgabe von Politik und Gesellschaft verstanden.

Integration findet nicht einfach statt, sondern muss gestaltet werden.

Das hat auch die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft verstanden und die Integration zu einer Querschnittsaufgabe gemacht.

Wir dürfen den Menschen, die vor dem Terrorismus und der Barbarei flüchten nicht den Rücken kehren.

Als Liberale, und das habe ich in diesem Haus bereits mehrfach erwähnt, stehe ich für ein friedliches Miteinander in einer Gesellschaft der Gleichheit der Rechte, wie auch der Pflichten.

Denn wo Rechte, dort auch Pflichten.

Jeder, der in Belgien und in der DG leben möchte, muss die Werte unserer Demokratie und unseres Rechtsstaates verstehen, verinnerlichen und akzeptieren.

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Eine gelungene Integration bedarf demnach mehrerer Zutaten:

  • Da wäre zu allererst der Empfang, der Migranten bestmöglich über ihre Rechte und Pflichten informieren soll;
  • Die SpracheAbgesehen von der Schriftlichkeit ist Sprache generell gesehen ein wichtiger Faktor von Integration. Sprache übernimmt dabei die Rolle eines alltäglichen Kommunikationsmittels, stellt eine wichtige Ressource etwa im Bereich Bildung und Arbeitsmarkt dar, ist identitätsstiftend und symbolisiert Zusammengehörigkeit;
  • Die Werte und Regeln des Zusammenlebens in Belgien und der DG;
  • Der Einstieg in den Arbeitsmarkt, der in meinen Augen neben Sprachkenntnissen eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Integration von Migranten ist.
  • Der Begleitung

 

Das soeben von Herrn Minister ANTONIADIS vorgestellte Integrationskonzept der DG knüpft an diesen Grundsatz an.

Der Integrationsparcours richtet sich zudem an alle Migranten, die in der DG im Fremdenregister eingetragen sind und ist für alle Nicht-EU-Ausländer verpflichtend.

Ich möchte es an dieser Stelle nicht versäumen der Regierung und dem Minister meinen Dank dafür auszusprechen, dass sie an der verpflichtenden Teilnahme des Parcours festgehalten haben, denn es setzt ein sehr deutliches Signal dafür, dass unsere Grundwerte von Gleichheit, Freiheit und Selbstbestimmung nicht verhandelbar sind.

Auch die Tatsache, dass wir in diesem Bereich bedeutende Summen in die Hand nehmen, zeigt, dass wir dieses Thema nicht leichtsinnig, sondern mit Bedacht und Professionalität angehen um eine gute Integration in allen Bereichen des Lebens zu ermöglichen.

Herr Minister seien Sie sich einer Sache sicher, die PFF-Fraktion steht hinter Ihrem Vorhaben und wird Sie auch weiterhin darin unterstützen.

 

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Evelyn JADIN
Gemeinschaftsabgeordnete