Bildung ist zukunftsweisend

mehr als 109 Millionen € stellt die DG dem Bildungswesen 2017 zur Verfügung. Alleine in dieser Legislaturperiode stieg dieser Haushaltsposten um mehr als 7% an.

Gut investiert, da sind wir uns denke ich alle einig. Denn was wird uns auf Dauer teurer kommen als die Bildung, werte Kolleginnen und Kollegen?

KEINE BILDUNG.

Hierbei geht es um 109 Millionen € verteilt auf etwa 15.000 Jugendliche. Pro Kind kommen wir da an 7.000€ pro Kind pro Jahr! 7.000€

Und für das Geld BILDEN WIR SIE AUS … unsere Jugend …

Der Grad hin zur Beschäftigung bzw. der Graben zwischen Qualifizierten, bzw. Nicht-Qualifizierten darf nicht weiter auseinandergehen.

Dafür müssen alle politischen Akteure fraktionsübergreifend ihre Kräfte bündeln, damit wir uns in Zukunft dieser enorm wichtigen Herausforderung stellen. Denn liebe Kolleginnen und Kollegen:

 

„Bildung ist ZUKUNFTSWEISEND!“

 

Wir sind auch auf einem guten Weg, aber lassen Sie es uns nicht schön reden: er kann und er muss optimiert werden.

Und lassen Sie mich bitte auf einen ganz wesentlichen Aspekt verweisen, werte Kolleginnen und Kollegen, werte Frau Ministerin und Herren Minister – ein Aspekt, den wir AUF KEINEN FALL vergessen dürfen!

 

„Die BILDUNG ist DIREKT gekoppelt an die BESCHÄFTIGUNG!“

Halten wir uns dies vor Augen:

Wenn unsere ausgebildeten Fachkräfte schlecht ausgebildet sind, haben die Unternehmer anschließend Fachpersonal mit dem sie, traurig aber wahr, NICHTS, aber auch GAR NICHTS anfangen können!

 

„Wir dürfen auch nicht vergessen, dass es schlussendlich die Unternehmer sind, die am Ende über die  QUALITÄT DER BILDUNG entscheiden!“

 

Sehen wir uns die Zahlen der freien Lehrstellen, die uns das IAWM zuletzt präsentiert hat an, so müssen wir zu allem Überfluss feststellen, dass es in der DG über 800 Betriebe gibt und dennoch mehr als 115 Lehrstellen im Jahr 2016 UNBESETZT waren! Mehr als 115 Stellen waren UNBESETZT! Hier besteht ein Problem, das es dringend zu beheben gilt! Eine intensive Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren, wie beispielsweise zwischen dem IAWM und dem ADG, um ein Beispiel zu nennen, wie auch allen anderen Akteuren aus den Bereichen Beschäftigung und Bildung , muss  hier in Angriff genommen, bzw. optimiert werden! Es freut mich zu hören, werter Herr Minister MOLLERS, dass Sie, wie Sie uns auf meine aktuelle Frage in der Regierungskontrolle antworteten, in engster Zusammenarbeit mit dem IAWM einen 5-teiligen AKTIONSPLAN aufstellen möchten.

Wichtigster Punkt in unseren Augen wird die Verbesserung der Berufsorientierung, sprich der Berufswahl sein.

Für sehr gut befinden wir es zudem, dass das IAWM uns in seinem Tätigkeitsbericht von seinen Projekten berichtet hat, die dazu verhelfen sollen, die Attraktivität von vereinzelten Ausbildungsberufen zu steigern und vor allem auch Mädchen für Männerberufe und Jungs, umgekehrt, auch für die Ausbildung von, dem Klischee nach, so genannten Frauenberufen, zu begeistern. Im 21. Jahrhundert sollten Klischees keine Rolle mehr spielen – ich denke, da sind wir uns alle einig!

Zudem sollte, in unseren Augen, die Berufsorientierung, bereits in den Primarschulen angesetzt werden. Einerseits um Interesse zu wecken, andererseits um die Vielfalt der Möglichkeiten zu offenbaren, die die Jugendlichen haben.

Das Problem der offenen Lehrstellen und der Schwierigkeit so mancher die richtige Berufswahl zu treffen, ist nicht nur ein Problem in Ostbelgien. Nein auch in anderen Ländern Europas setzt sich dieser Trend fort.

Des Weiteren besteht der aktuelle Trend darin, studieren zu gehen. Der Wunsch hin zu einer akademischen Ausbildung ist jedoch nicht jedem gegeben. Jedoch verlangen auch heute schon viele Berufe eine fundierte schulische Ausbildung.

Ich habe es eingangs bereits erwähnt: es sind die Betriebe, die über die Qualität der Bildung entscheiden. Die Industrie 4.0 lässt nicht auf sich warten! Die Ausbildung muss dem angepasst werden. Sie muss in vielen Belangen MODERNISIERT und auf das kommende Level gehievt werden. Die Anforderungen (nicht nur in finanzieller Hinsicht) werden steigen, denn wir befinden uns auf einem Weg von einer reinen Industriegesellschaft hin zu einer Könnergesellschaft. Eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Doch vergessen wir eines nicht:

 

„Herausforderungen sind nicht nur Hürden, sie sind auch Chancen, die wir ergreifen müssen, (JETZT HIER UND HEUTE!)“

 

Diese Chance hat sich auch das Institut für Aus-und Weiterbildung als Ziel gesetzt. In Zusammenarbeit mit den Ausbildungszentren soll gearbeitet und gepfeilt werden, frei nach dem Kredo: Bildung als das Fenster in unsere Zukunft!

 

Wenn wir in dieses Fenster blicken, liebe Kolleginnen und Kollegen, dürfen wir eine  Trumpfkarte unserer Region gerne ausspielen: die der Sprachenvielfalt!

Die Sprachenvielfalt in unserem kleinen Belgien ist enorm, effektiv eine Karte, die bei einigen Nachbarländern oftmals für Staunen sorgt und auf die wir stolz sein können.

Bescheidenheit gilt es an selbiger Stelle dennoch ebenfalls walten zu lassen.

Noch vergangenen Donnerstag wurden uns im Rahmen des Ausschusses III für Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung, seitens des Fachbereichs Pädagogik des Ministeriums die Resultate der DELF-Studie zu den Französisch-Kenntnissen der Schülerinnen und Schüler vorgestellt. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Schüler der DG mit dem Sprechen und Schreiben besser zurechtkommen als mit dem Lese-und Hörverständnis. Zudem scheinen die Französischkompetenzen immer mehr zu sinken. Während in den Studienergebnissen von 2009 und 2011 die Tendenz steigend war, ist aktuell eine wachsende Verschlechterung festzustellen. Als PFF haben wir deshalb in Zusammenarbeit mit unserer Regionalabgeordneten Jenny BALTUS-MÖRES und unserer Föderalabgeordneten Kattrin JADIN eine Resolution zur Förderung der Mehrsprachigkeit auf die Beine gestellt, die wir gerne gemeinsam mit dem Herrn Minister ausarbeiten würden.

Gleichzeitig bin ich und auch meine Kollegen, überaus begeistert von dem Pilotprojekt BILINGUALER KINDERGARTEN, welches ja an sich kein Pilotprojekt mehr ist, da es bereits überaus erfolgreich im César Franck Athenäum und unterdessen auch anderen Kindergärten in Kelmis-Hergenrath seine Anwendung findet. Unserer Meinung nach, sollte das Projekt aber auch beginnen über die Ecke Kelmis-Hergenrath hinaus Wurzeln zu schlagen.

Wurzeln schlagen wird übrigens auch  das Motto des Jahres 2017 in unserer Deutschsprachigen Gemeinschaft, werte Kolleginnen und Kollegen:

 

INTERKULTURELLER DIALOG – so die Devise für  2017…

 

… und in Anbetracht zahlreicher tragischer Ereignisse im vergangenen Jahr 2016 ein Thema von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit!

 

 

Daher begrüßen wir, die PFF, es, dass im Rahmen Interkultureller Dialog nun eine Strategie zur Vorbeugung von gewaltsamen Radikalismus ausgearbeitet wurde. U.a. in Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen, in der zur Umsetzung das Präventionsprogramm „Wegweiser“ in Ostbelgien aufgegriffen und weiter fortgeführt werden soll. Eine so genannte WEGWEISER-ANLAUFSTELLE soll nun Anfang 2017 eröffnet werden.

 

 

Die BILDUNG spielt bei dem Thema Interkultureller Dialog und Prävention vor Radikalisierung eine ENORM wichtige, wenn nicht sogar die WICHTIGSTE  Rolle: Sie stellt eine der wichtigsten Maßnahmen dar, die getroffen werden müssen, wenn wir gegen die Radikalisierung vorgehen wollen! Denn sie ist die wohl Beste Waffe gegen Radikalisierung! Oder mit den Worten Nelson Mandelas:

 

„Bildung ist die beste Waffe um die Welt zu verändern!“

 

Und verändern müssen wir etwas!

 

Denn hinzu kommt die wachsende Tendenz unserer Gesellschaft hin zu Populismus, der wir nicht nur mittels der Vermittlung demokratischer Werte entgegen wirken können, sondern, wenn wir das Problem BEI DER WURZEL PACKEN wollen, dem Ganzen mittels GUTER BILDUNG begegnen sollten.

 

 

Ein gebildeter, ja gut ausgebildeter Mensch, der einen Platz in der Gesellschaft und eine Funktion hat, lässt sich

(A) weniger schnell zu „unüberlegten“ Taten verleiten

(B) ist weniger leicht von populistischen Wortparolen zu begeistern

 

  • Die Anpassung der Rahmenpläne hin zu „kompetenzorientierten“ Unterricht spielt hierbei ebenfalls eine tragende Rolle, da die Begrifflichkeit >KOMPETENZORIENTIERT< ebenfalls die

Heran-BILDUNG junger Menschen hin zu KRITISCHEN, meinetwegen auch GESELLSCHAFTSKRITISCHEN Köpfen meint.

  • Selbstdenkende Menschen braucht die Gesellschaft. Das Talent zu einer guten Rhetorik hat schon in der Vergangenheit so manchen Populisten erschreckend weit gebracht! Unsere Gesellschaft braucht einerseits Bürgerinnen und Bürger, die rhetorisch gut Verpacktes hinterfragen können und darüber hinaus braucht sie auch Politiker, werte Kolleginnen und Kollegen, die mehr können als „nur“ gut daher reden.

 

  • „Nicht reden, auch nicht immer nur kritisieren, MACHEN!“ – so lautet zumindest UNSERE DEVISE!

 

UNTERRICHTSWESEN

Für das  Unterrichtswesen kommt es zudem darauf an, dass Reformen mittels einer anständigen Implementierungsarbeit für Schüler und Lehrer durchgeführt werden!

„Neue Dekrete zur verbesserten Berücksichtigung der Lernschwächen Legasthenie und Dyskalkulie in der Schule dürfen NICHT NUR AUF DEM PAPIER bestehen und müssen unbedingt in den Schule Anwendung finden!“

 

Entsprechende Weiterbildungsseminare wurden bereits und werden noch im Norden wie auch im Süden der DG angeboten. Darauf haben Sie, werter Herr Minister verwiesen. Ich hoffe jedoch auch, dass bei Überprüfung in den Schulen auf lange Sicht festgestellt werden wird, dass die Seminare bewirken, dass die Konzepte zur Berücksichtigung dieser Lernschwächen Anwendung finden und vor allem auch den betroffenen Schülern mit eben diesen Lernschwächen helfen einen guten Weg hin zur Berufswelt einschlagen zu können.

Es ist nämlich nicht nur so, dass die Schülerinnen und Schüler unserer Gesellschaft einen Platz in der Arbeitswelt verdient haben. Das ist ja alles schön und gut gesagt:

NEIN – wir sind aufgrund des demographischen Wandels auch darauf angewiesen, dass so viele wie möglich beruflich integriert werden!

 

„Die Grundlage eines jeden Staates ist die Ausbildung seiner Jugend“, so ein Zitat des Philosophen Sinope.

 

Und an dieser Stelle möchte  ich nochmal kurz an zwei überaus wichtige Konzepte erinnern, die so manchem Schüler, der vom Weg abkommt, wieder auf die richtige Fährte bringen: TIME-OUT und TEILZEITUNTERRICHT.

Wenn es brenzlig wird und die Sozialkompetenzen und private Probleme beim Jugendlichen alles auf den Kopf stellen und bei den Lehrpersonen nur noch die Haare zu Berge stehen: dann ist für diese Schülerinnen und Schüler der Teilzeitunterricht der perfekte Ort, wo sie zu sich selbst finden können und ganz nebenbei das Essentielle und A und O der Berufswelt erlernen können:

SOZIALKOMPETENZEN. Wer total verloren ist, erhält nach etlichen Eltern- und Lehrergesprächen und entsprechender „Diagnose“ ein Time-Out.

„Time-out ist dabei keineswegs eine CHILLIGE Angelegenheit, aber die Chance für die Jugend mal runterzukommen und den richtigen Weg einschlagen zu LERNEN!“

Solche Projekte brauchen wir für unsere Jugend, solche Projekte haben wir. Lassen Sie uns nun an den Dingen arbeiten, an denen es uns mangelt, werte Herren Minister, werte Frau Ministerin, dann ist der angestrebte fließende Übergang von der Ausbildung hin ins Berufsleben auf lange Sicht gesichert!

 

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