OSTBELGIEN aus verschiedenen Blickwinkeln

Christoph Gentges betrachtete in der Plenarsitzung von Montag, den 26. September 2016, Ostbelgien aus verschiedenen Blickwinkeln. Zum einen ging er auf unsere Region aus der Sicht Ostbelgiens als Kulturlandschaft ein mit den verschiedenen Aspekten, die diese zu bieten hat. Doch auch auf die in Ostbelgien lebende Jugend kam Gentges zu sprechen. Nicht zu vergessen der Wirtschaftsstandort Ostbelgien, den es auszubauen und zu stärken gelte. Das und mehr in folgendem Redebeitrag zum Nachlesen. 

 

Er wolle auf die Bereiche Kultur, Jugend, sowie Beschäftigung und Wirtschaftsstandort Ostbelgien eingehen. In diesen Bereichen habe es zahlreiche Punkte des Regierungsprogramms gegeben, die hätten umgesetzt werden können. Er werde sie nun nicht nochmal alle aufzählen, aber gute Beispiele seien:

  • Die Inbetriebnahme des Kulturzentrums Alter Schlachthof
  • die Abschließung der Geschäftsführungsverträge mit dem Alten Schlachthof und dem Triangel in St. Vith

 

 

  • Erwähnenswert auch das Projekt ‚Kultur macht Schule“- 100.000€ seien im letzten Schuljahr in das Programm investiert- 7500 Kinder erreicht und damit eine Steigerung von mehr als 50% erzielt worden.

 

  • Andere Punkte: die erneute Anerkennung der Museen, die Aufrüstung der Kulturdatenbank, Zielsetzungen in puncto kulturelle Bildung, usw.

 

 

In puncto Jugend wolle er vor allem den 5-Parteinenkonsens hervorheben, der zu Anpassungen im Jugenddekret geführt hätten. Zur Erinnerung: hier habe man das Konzept des Jugendstrategieplans verbessert. Durch die Aufhebung der zeitlichen Überlappung zwischen Evaluierung des Ersten und Startschuss des zweiten Jugendstrategieplans sei eine Optimierung der Sachlage erzielt worden. Einen weiteren, ganz wichtigen Punkt habe der Ministerpräsident erwähnt: mit dem Jugendbericht gebe eine wissenschaftliche Erfassung der Lebensumstände und der Bedürfnisse junger Menschen. Dieser Bericht werde ein wichtiges Instrument für die Gestaltung der Jugendpolitik werden.

Die Zielsetzung des Jugendstrategieplans 2016-2020 unter dem Leitspruch „Respektvoller Umgang miteinander und mit sich selbst“ sei nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn man sich die Schwerpunkte anschaue stelle man fest, dass sie momentan umso wichtiger seien:

 

  • Die Vielfalt fördern
  • Stark gegen Abhängigkeiten (wie zb Drogen aber auch Alkohol)
  • Ein besseres Selbstbild
  • Politische Bildung

 

Speziell der letzte Punkt, politische Bildung, müsse beherzt angegangen werden.

 

 

 

Wir müssen das Interesse an der Tagespolitik fördern und Zusammenhänge verdeutlichen.

Gerade junge Menschen lassen sich von schmierigen Populisten und Scharfmachern verführen.

Zielsetzungen, die angepackt werden müssen, in einer Zeit, die geprägt ist von den schon mehrfach angesprochenen Herausforderungen der Gegenwart, Vorurteilslos, aber nicht urteilslos.

gentges-christoph-26-09-2016

 

 

 

Dass es den Wirtschaftsstandort Ostbelgien zu stärken gelte stehe außer Frage. Unsere Unternehmen, unsere Arbeitgeber, würden nicht nur durch die hohen Lohnnebenkosten ins Hintertreffen geraten. Viele weitere Faktoren wie höhere Kosten für Energie und Kommunikation, Bürokratie sowie der Steuerdruck würden den einen oder anderen Unternehmer darüber nachdenken lassen, seinen Betrieb ins Ausland zu verlegen.

Daher müssten wir unsere Unternehmen fördern – Fachkräfte finden und ausbilden. Wichtig für den Wirtschaftsstandort Ostbelgien sei es auch, diese ausgebildeten Kräfte weitestgehend hier zu halten. Dies sei kein leichtes Unterfangen.

Der so genannte BRAIN DRAIN (engl.), welcher für den „Abgang von Know-How in andere Regionen stehe“ solle in Zukunft in Ostbelgien nur noch in reduzierter Form spürbar sein. Eine gute Vermarktung unserer Region mittels des Begriffes Ostbelgien und einer Steigerung der Attraktivität unseres Standortes sei sicher ein guter Ansatz; aber halt nur einer von vielen, die notwendig seien.

Wir könnten uns gerne weiter auf die Schulter klopfen und unser tolles Ausbildungsniveau loben, oder die Investitionen im Sozialbereich hervorheben.

Das ändere aber nichts an der Tatsache, dass unsere Fachkräfte weiterhin abwandern und die DG auf die Gestaltung besserer Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen wenig Einfluss hätten.

  • Dafür bräuchten wir erweiterte Befugnisse, allen voran die eigene Gestaltung der Raumordnung.

 

Abschließend wolle er auf den Begriff „Ostbelgien zurückkommen ».

„Ostbelgien“ sei seines Erachtens schon so weit etabliert, dass es eine logische Folge sein werde, diesen mit noch mehr Leben zu erfüllen, als es heute schon der Fall sei.

Zur besseren Vermarktung unserer Gegend, aber auch zur Stärkung eines „Wir“ Gefühls begrüße die PFF den Anstoß der Regierung, „Ostbelgien“ umfassend als Erkennungsmerkmal zu profilieren.

Seit Jahren setze gerade die PFF sich für die Vermarktung der Bezeichnung Ostbelgien ein. So werde das Verkehrsamt der Ostkantone in die „Tourismus Agentur OSTBELGIEN“ umbenannt und die Marke „Made in Ostbelgien“ etabliert. Dies sei jeweils unter Federführung liberaler Regierungspolitik geschehen.

Trotz dieser ausdrücklichen Unterstützung zum Namen „Ostbelgien“ werde seine Fraktion sowie auch die gesamte PFF einen offenen und konstruktiven Dialog mit unseren Mitbürgern anregen. Denn eine solch wichtige Diskussion um einen zukunftsweisenden Identitätsfaktor dürfe und solle nicht vordiktiert werden.

 

 

 

gentges-christoph-26-09-2016

 

 

Christoph GENTGES

Gemeinschaftsabgeordneter