Mehr Mädchen in MINTH-Berufen

MINTH ist kein Pfefferminzbonbon, sondern die Bezeichnung für alle Berufsausbildungen aus den Bereichen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Diese Berufssparten müssen aufgewertet und auch für weibliche Ausbildungskräfte attraktiver gemacht werden, so Gregor FRECHES in der Regierungskontrollsitzung am Parlament der DG von Donnerstag, den 12. Mai 2016. 

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Schon im Rahmen des ersten Regionalen Entwicklungskonzeptes (REKI) sei beim Austausch mit den Personalmitgliedern der Sekundarschulen der DG vor dem Hintergrund der angedachten Optimierung des Sekundarschulwesens, deutlich geworden, dass es vor allem einer Aufwertung der technisch-beruflichen Ausbildung bedarf.  Dieses Bestreben stehe zudem in enger Verbindung mit der im REK festgelegten Zielsetzung einer Sicherung des Wirtschaftsstandortes Ostbelgien. Neben dem technisch-beruflichen Unterricht gelte es außerdem die mittelständische Ausbildung der so genannten MINTH-Berufe zu fördern, so Freches. MINTH ist also kein Pfefferminzbonbon, sondern steht für die Ausbildungsbereiche Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. – « jene Ausbildungssparten von denen sich oftmals Mädchen nicht so rasch angezogen fühlen, obwohl sie vielleicht sehr begabt und geeignet dafür wären », so Gregor Freches.

In der Regierungserklärung vom 16. September 2014 wurde zudem der Schwerpunkt auf eine Attraktivitätssteigerung von technisch-beruflichen Ausbildungsformen gelegt. Er wolle sich in seinerFrageformulierung nun auf eine der vielen in der Regierungserklärung vorgesehenen Maßnahmen fokussieren: die Steigerung der Attraktivität der MINT-Berufe für Mädchen.

Daher seine Frage nun an ihn, dem Herrn Minister für Bildung und wissenschaftliche Forschung, Herrn Harald Mollers:

 

Welche Maßnahmen hat die Regierung bis dato unternommen, um die Attraktivität der so genannten MINTH-Berufe für Mädchen zu steigern?

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Die Antwort des Ministers folim Folgende

Die MINTH-Berufe seien ohne Zweifel Berufe mit Zukunft.

Die Wirtschaft benötige dringend gut ausgebildete Fachkräfte im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.

Dies gelte gleichermaßen für männliche wie auch für weibliche Arbeitskräfte.

Man solle in dieser Thematik jedoch nicht pauschalisieren.

Mädchen in der DG würden in der Schulausbildung in den Schulfächern Mathematik und Naturwissenschaften nicht schlechter abschneiden als die Jungs.

Im Gegenteil: wie die Pisa-Studien 2003 und 2012 gezeigt hätten, seien die Mädchen in Mathematik überlegen.

Die DG gehöre zu den wenigen Ländern, in denen die Mädchen ein besseres Resultat in Mathematik erzielen würden als die Jungen.

Dieses Resultat sei bemerkenswert, da es nur in Island, Finnland und Schweden ähnlich zu beobachten seo, so Mollers.

Nur im Bereich der Hochleister in Mathematik (Kompetenzstufe 6) seien mehr Jungen als Mädchen vertreten, aber auch in der Risikogruppe (Kompetenzstufe 1).

 

Generell würden Mädchen in der DG in Naturwissenschaften gleich gut abschneiden wie die Jungen, aber auch hier seien sie in der Spitzengruppe leicht untervertreten.

Es sei also wichtig, zwei Punkte zu beachten: die Mädchen sollten dahingehend gefördert werden, mehr Hochleistungen zu vollbringen, und das Interesse der Mädchen an MINTH-Fächern müsse gesteigert werden, so der Minister.

Er werde einige Beispiele zu zeigen, in denen in den Schulen der DG ganz konkret daran gearbeitet werde:

Auf die Frühförderung der Kinder und besonders der Mädchen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich werde in der DG besonders Wert gelegt.

Dies geschehe beispielsweise durch die im kommenden Schuljahr angebotenen Weiterbildungen an der AHS für Kindergärtnerinnen (in Kooperation mit dem „Haus der kleinen Forscher“) und für Primarschullehrer (Projekte im naturwissenschaftlichen Unterricht).

Für die Sekundarschule seien beispielsweise Weiterbildungen zum Thema „Physik mit Smartphone“ geplant.

Die Fachgruppe Mathematik habe eine Handreichung Stochastik für Primarschullehrer und Lehrer der 1. Stufe der Sekundarschule entworfen, mit  Aufgaben, die besonders für Mädchen geeignet seien.

In der Primarschule würden Projekte angeboten in Zusammenarbeit mit Esero (European Space Education Research Office), einer Tochtergesellschaft der ESA (European Space Agency), die die Kinder beispielsweise mit Astronauten oder Meteorologen ins Gespräch bringen und ihre Arbeit verdeutlichen würden.

Das Projekt HOBOS werde in Kürze in Zusammenarbeit mit der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und dem Imkerverein Ostbelgien VoG angeboten.

Die Primarschulkinder würden einen Einblick in die Welt der Bienen, in die Bienenzucht, in die Wachs- und Honiggewinnung erhalten.

Wettbewerbe wie z.B. Mathematik ohne Grenzen, Olympiaden in Mathematik und Naturwissenschaften würden jährlich in den Sekundarschulen durchgeführt.

Das weltweite Umweltprogramm GLOBE, wo alle naturwissenschaftlichen Fächer, Geografie, Kunst, Informatik und Fremdsprachen genutzt würden, findet in unseren Sekundarschulen ebenfalls Zuspruch.

Die künstlerische und sprachliche Komponente würde die Attraktivität dieser naturwissenschaftlichen Projekte für Mädchen steigern.

Der Truck Xperilab komme jedes Jahr für 6 Tage in die DG und sei immer ausgebucht, obwohl das Zeitkontingent für die DG sogar viel höher sei als in allen anderen Gegenden des Landes, die der Truck besuche.

Auch hier würden Themen angeboten, die auch Mädchen interessieren könnten: z.B. die Herstellung einer eigenen Zahnpasta, die Methoden der Wärmeisolierung bei verschiedenen Tierarten, usw.

Zum Handwerk allgemein und zu den technischen Berufen könne er noch folgende interessante Informationen ans Herz legen:

Um auch Schüler in vorwiegend allgemeinbildenden Sekundarschulen an das Handwerk heranzuführen, werde es auch in diesem Jahr wieder im Rahmen eines Pilotprojektes eine Zusammenarbeit zwischen der PDS und dem ZAWM während der Projekttage geben.

18 Schülerinnen und Schüler würden in diesem Rahmen handwerklich tätig sein.

Auch der Parcours „Mischen is possible“- ein Parcours zur Rollenvielfalt von Mädchen und Jungen – falle in diese Thematik.

Es sei angedacht, diesen Parcours in den Sekundarschulen in der DG durchzuführen, um über Vorurteile bei der Rollenverteilung in der Gesellschaft und im beruflichen Alltag zu sprechen.

In der Tat gebe es immer noch das Bild in unserer Gesellschaft, der handwerkliche Bereich würde sich exklusiv an Männer richten.

Ein Berufserkundungstag werde organisiert werden im kommenden Schuljahr für die Schülerinnen und Schüler des 2. Jahres des CFA Kelmis.

So könnten die Schülerinnen und Schüler Einblick erhalten in die Vielfalt der technisch-handwerklichen Berufe.

Initiativen des Kreises Schule und Wirtschaft in Zusammenarbeit mit Schulen und dem IAWM, wie der „Sonntag der Chemie“ oder „Zukunft Metall“, würden tatkräftig unterstützt und rege besucht.

Damit dies alles gelinge, müsse jedoch die Lehrerausbildung mehr Gewicht auf diese Bereiche (insbesondere Naturwissenschaften und Technik) legen.

Dies solle sich auch in Zukunft in der Bedeutung und der Begeisterung spiegeln, die in den Schulen, sowohl Grund- als auch Sekundarschulen, diesen Bereichen beigemessen werde.

Die Gesellschaft verlange nach Fachkräften – die Aufgabe der Schule sei es, die Schüler auf diese Gesellschaft bestmöglich vorzubereiten.

Gregor-Freches