Hohes Venn: MR wünscht Studie zu wirtschaftlichen Auswirkungen

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Der Naturpark Hohes Venn ist einer der am meisten besuchten Naturparks der Wallonischen Region. Wohl niemand stellt in Frage, dass es wichtig ist, seine natürliche Vielfalt und seinen touristischen Charme zu erhalten. Aber wie kann der wirtschaftliche Wert eines solchen Naturparks für eine Region tatsächlich beziffert werden?

Nach Ansicht der Liberalen ist es an der Zeit, eine Studie zu lancieren, die sich mit dem wirtschaftlichen Einfluss der Naturparks der Wallonischen Region – allen voran des Hohen Venns – befasst. Dazu befragte die Regionalabgeordnete Jenny Baltus-Möres gestern (09.05.2016) in Namur den Tourismus-Minister René Collin (cdH).

 

Eine solche Studie, die es nach ihren Recherchen noch nicht gebe, könne nicht nur Größe, Besucherzahlen und das jeweilige Einzugsgebiet der versch. Naturparks gegenüberstellen, sondern auch den wirtschaftlichen Impakt auf den HoReCa-Sektor untersuchen und nicht zuletzt die zu erhaltenden Alleinstellungsmerkmale und Besonderheiten der Parks auflisten, wie beispielsweise die Stege des Hohen Venns. Natürlich würden diese Ergebnisse dem Minister auch als Rechtfertigung für nötige Investitionen in die Naturparks dienen können.

 

Der Minister bestätigte zunächst, dass es eine solche Studie noch nicht gebe, jedoch wies er darauf hin, dass es in der Studie zur Raum- und Mobilitätsplanung, die letztes Jahr von der Bürgermeister- u. Abgeordnetenkonferenz der Provinz Lüttich lanciert wurde, voraussichtlich auch ein Kapitel zum Tourismus geben werde. Schon in Kürze würde eine weitere Versammlung der verschiedenen Tourismusorganisationen, d.h. sowohl der Provinz als auch der Tourismusagentur Ostbelgien (TAO) und dem Kabinett des Ministers stattfinden, wovon er sich neue Erkenntnisse dazu erhoffe.

 

Auch wenn das betreffende Kapitel in der vom Minister angeführten Studie vielleicht aufschlussreich sein könne, so die Abgeordnete, sei dies wohl kaum mit einer umfassenden Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen und Zusammenhänge der Naturparks gleichzusetzen.

 

Auf ihre Frage nach den Holzstegen und die Möglichkeit, diese künftig durch länger haltbares Holz zu ersetzen, ließ der Minister verlauten, dass es einen Betrieb in Flandern gebe und in Kürze auch in der Provinz Luxemburg, wo thermobehandeltes Holz erzeugt wird. Die Bearbeitung dieses Holzes soll umweltfreundlicher sein als  bei bisher angewandten chemischen Behandlungen und dabei die gleiche Dauerhaftigkeit gewährleisten. Im Hohen Venn wurde ein entsprechendes Pilotprojekt  zwar noch nicht durchgeführt, aber erste Kontakte wurden bereits aufgenommen.

 

Bislang wären im Hohen Venn rund 863 Meter schadhafte Holzstege durch Kieswege ersetzt worden, da letztere weitaus billiger sind (52€/m anstatt 120€/m). Weitere Arbeiten stehen an, wobei das Netz der Wanderwege nicht gekürzt werden soll. Geklärt werden müsse jedoch die weitere Finanzierung der Instandsetzungen, was ebenfalls bei der vorhin erwähnten Versammlung geschehen soll.

 

Die Abgeordnete bedauerte, dass seitens der WR nicht mehr für den Erhalt der Holzstege unternommen wird. Klar sei dies vor allem eine Finanzierungsfrage, jedoch gehe es hier nicht um ein Millionenprojekt. Auch sind es gerade diese Holzstege, die dem Hohen Venn seinen Charme geben und Touristen aus der gesamten Großregion anlocken. Nicht umsonst wurden die Vennstege sowohl als Alleinstellungsmerkmal im  REK, als auch als Tourismus-Leitbild und Markenbild seitens der TAO festgehalten.

 

„Es ist schade, dass man seine – unsere – Trümpfe hier so verspielt! Anstatt das Vennstegenetz zu erweitern oder zumindest zu erhalten, wird es gekürzt und anderweitig ersetzt. Ich werde die Ergebnisse der vom Minister genannten Studie natürlich mit Spannung erwarten. Aber eigentlich dürfte auch ohne Studie klar sein, dass das Hohe Venn von enormer Bedeutung für den Horeca- sowie den gesamten Wirtschaftssektor und Standort Ostbelgien ist und gerade ein Tourismus-Minister alles daran setzen sollte, diesen Wert zu erhalten. Ich hoffe, dass zumindest das angesprochene Pilotprojekt bald seine Umsetzung findet.“

 

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Jenny Baltus-Möres unter der 0474/837354 oder ihren Mitarbeiter Damien Haag unter der 0495/627162.

 

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