Für den Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Am 29. und 30. Septembre 2015 fand in Brüssel die allererste Sitzung des Europäischen Forums der Jungen Parlamentarier unter 40 Jahren statt und zu unserer großen Freude durften wir daran teilnehmen. Diese Dynamik, genannt EU40, hat zum Ziel, Brücken zwischen den verschiedenen nationalen Parlamenten zu schlagen und ein dauerhaftes und beständiges Netz zwischen den Jungen Parlamentariern der 28 Mitgliedsstaaten der Union zu bilden. Die EU40 ist als Plattform zu verstehen, wo wir junge Abgeordnete mit unseren europäischen Kollegen über transnationale Themen austauschen, unsere entsprechenden Kenntnisse und Erfahrungen nutzen und sinnvolle Synergien schaffen können. Wir haben insbesondere unseren liberalen Kollegen, den Europaabgeordneten der Open VLD Philippe De Backer, getroffen und mit ihm unsere Feststellungen und Lösungsvorschläge austauschen können.

 

Das Thema des diesjährigen Forums war topaktuell und betraf eine Materie, der unsere besondere Aufmerksamkeit gilt : der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Innovation, neue Technologien und die Digitale Wirtschaft gehören zu den Sektoren mit dem größten Wachstumspotenzial, in denen höchstwahrscheinlich die meisten Arbeitsplätze entstehen werden.

 

Mit besonderem Augenmerk auf die unvermeidliche technologische Entwicklung, die wir in den kommenden Jahren erleben werden, wurde die Feststellung getroffen, dass das Potenzial der Europäischen Union im digitalen Bereich bei Weitem noch nicht voll ausgeschöpft ist, besonders im erzieherischen Bereich, wo Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu wenig präsent sind, um die Schüler von heute auf die Welt von morgen vorzubereiten.

 

Dennoch teilen wir alle die Meinung, dass sich Europa dank des Aufstiegs der IKT seine Konkurrenzfähigheit in der sich ständig verändernden Weltwirtschaft erhalten kann – zum Vorteil der KMU, welche die meisten Arbeitsplätze sowohl in Belgien als auch in der Wallonie sowie in der Deutschsprachigen Gemeinschaft schaffen.

 

Diese gemeinsamen Feststellungen waren richtungsweisend für unsere Beiträge.

 

In erster Linie erscheint die Ausbildung heute mehr als jemals zuvor ausschlaggebend für den Erfolg, mit dem Ziel die Arbeitslosigkeit besonders bei den jungen Leuten abzubauen. Das Unterrichtswesen und die beruftliche Ausbildung müssen ins Zentrum unserer Investitionspolitik gestellt werden. Auch muss der Entwicklung unserer Gesellschaft vorgegriffen werden : es wurde nachgewiesen, dass, bis 2020, die Nachfrage nach hochqualifiziertem Personal um 16 Millionen und nach mittelqualifiziertem Personal möglicherweise um 3,5 Millionen ansteigen wird. Im Gegensatz dazu wird die Nachfrage nach weniger gut ausgebildetem Personal möglicherweise um 12 Millions Einheiten sinken. Gleichzeitig wissen wir, dass ein Teil der aktuellen Arbeitsplätze in Belgien vollautomatisiert werden wird. Und die Arbeitsplätze, die parallel dazu entstehen, unterscheiden sich in ihrer Art immer mehr von den Arbeitsplätzen, die verloren gehen. Die Berufe von morgen werden sich also sehr von den heutigen Berufen unterscheiden. Es ist daher notwendig, sich auf diese Entwicklung vorzubereiten, und zwar besonders bei den Qualifikationen, die für eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt notwendig sein werden.

 

In zweiter Linie sind wir für die Einführung eines gemeiusamen Digitalen Marktes (Digital single market) auf europäischer Ebene eingetreten. Europa muss einer der weltweiten Leader der Digitalen Wirtschaft werden, die eine neue industrielle Revolution bedeutet. In dieser Hinsicht ist es entscheidend, dass endlich das Nebeneinander von 28 verschiedenen Gesetzgebungen in Europa ein Ende hat, denn dieses Nebeneinander hemmt die Entwicklung des digitalen Marktes, auf dem wir heute nicht konkurrenzfähig sind. Die Hemmnisse dieser Entwicklung müssen abgeschafft werden und die Schaffung des gemeinsamen Digitalen Marktes muss schnell geschehen. Für die Bürger und Unternehmen müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit sie die Möglichkeiten der neuen Technologien voll ausschöpfen können und damit ihnen der Zugang zu den digitalen Gütern und Dienstleistungen erleichtert wird. Dieser einheitliche Markt muss vor allem nutzbringend für die europäischen KMU sein, die den Großteil der Jobs auf dem Kontinent ausmachen. Dieser einheitliche Markt garantiert auch, dass die Kreativität unserer Startup-Unternehmen, unserer jungen Unternehmer und Entwickler freigesetzt wird, und dass die Entstehung von europäischen IKT-Giganten begünstigt wird, die heute alle unter US-Flagge stehen. In Aussicht stehen mehr als 400 Milliarden Euro pro Jahr und Hunderte tausend Arbeitsplätze in Europa. Ein Glücksfall, eine Notwendigkeit.

 

Eine leistungsstarke Ausbildung, die sich somit an einen gemeinsamen Digitalen Markt anpasst, um entschlossen durch das XXI Jahrhundert zu gehen und den jungen Europäern, den jungen Belgiern wahre Zukunftsperspektiven zu bieten, dafür sind wir im Young Parliament Members Forum eingetreten.

 

Alexander MIESEN

Gemeinschaftssenator

&

 Gilles FORET

Mitglied der Abgeordnetenkammer

 

gilles-alex7