Verträge von Minderjährigen im Profifußball

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Einige Transfers von Jugendspielern sorgen zurzeit für Furore im belgischen Fußball. Trotz einer schriftlichen und finanziellen Vereinbarung mit ihrem auszubildenden Verein, entscheiden sich die Spieler für einen ausländischen Verein, wenn diese mit den Geldscheinen winken…

In Belgien ist es zurzeit so, dass Fußballspieler unter 16 Jahren mit der Zustimmung der Eltern eine Art Abkommen mit dem ausbildenden Verein abschließen. So möchten die Vereine in Belgien sich absichern, dass der Spieler an seinem 16. Geburtstag einen Profivertrag bei Ihnen unterschreibt und sich seine Ausbildung rentiert. Die Eltern erhalten dann eine kleine Abfindung vom Verein für den jungen Fußballer. Ein solches Abkommen ist aber nicht rechtskräftig.

Ausländische Vereine können allerdings sehr wohl den Jugendspielern schon mit 14 oder 15 Jahren einen legalen Vorvertrag anbieten. Die belgischen Vereine schauen dann ins Leere, denn sie verlieren nicht nur ihre talentierten Spieler, die mit etwas Glück später an Marktwert gewinnen, sie verlieren auch einen hohen Geldbetrag, der der Investition in den Jugendspieler gleich kommt.

Die FIFA hat sogar die Ausbildungsprämien nach unten geschraubt, so dass ein Jugendspieler für einen jämmerlichen Betrag den Verein wechseln darf. Bis zum 15. Lebensjahr muss der kaufenden Verein für jedes Ausbildungsjahr nur jeweils 10.000€ bezahlen, insgesamt also nur 40.000€, wenn der Spieler 15 Jahre ist.

Man nehme das aktuell berühmteste Beispiel. Adnan JANUZAJ, belgischer Nationalspieler, der lange beim RSC Anderlecht ausgebildet wurde und vor seinem 16. Lebensjahr von Manchester United nach England abgeworben wurde. Der englische Verein bezahlte damals zwar noch 4 Mal den Betrag von 75.000€ (Wert vom damaligen Ausbildungsjahr), Manchester United müsste heute wegen den neuen FIFA-Richtlinien aber nur noch 40.000€ an Anderlecht zahlen.

„Anhand dieses Beispiels erkennt man, dass die belgischen Clubs, die oft über hervorragende und anerkannte Ausbildungsstrukturen verfügen, deutlich im Nachteil sind. Wäre es den belgischen Vereinen möglich, den talentierten Spielern, vertreten durch deren Vormund, schon viel früher einen legalen Vorvertrag anzubieten, würden es die ausländischen Vereine nicht mehr so leicht haben, ein junges Talent abzuwerben. In anderen Ländern gibt es hierzu schon einen legalen Rahmen. Darauf möchte ich den Minister PEETERS mit meiner Frage hinweisen, denn eine gesetzliche und transparente Regelung käme den belgischen Vereinen und dem belgischen Fußball sehr gelegen“, so Kattrin JADIN.

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