Für Fahrschultheorie in Schulen

In der Plenarsitzung von Montag, den 18. Mai 2015 wurde der Dekretvorschlag zur Einführung eines Theoretischen Fahrschulunterrichtes im Unterrichtswesen verabschiedet.

Unser Fraktionsvorsitzender Gregor FRECHES ging mit folgendem Redebeitrag auf den Dekretvorschlag ein und sprach sich im Namen der PFF-Fraktion dafür aus.

 

« Beginnen möchte ich u.a. mit dem 4. Dezember des vergangenen Jahres: einige Vertreter des César-Frank-Athenäums Kelmis waren bei uns im Ausschuss zu Gast, welche davon berichteten, dass im Schuljahr 2013-2014 im Rahmen eines Pilotprojektes dort das Konzept des ‚Theoretischen Fahrschulunterrichtes‘ angewandt worden war:

Fast 40 Schüler haben an diesem ersten Pilotprojekt in Kelmis teilgenommen.

Meines Erachtens gilt es darüber hinaus zu betonen, dass bereits die nachfolgende Generation der 17-Jährigen der Schule Kelmis GEFRAGT hat, ob denn der Kurs auch im nächsten Jahr wieder angeboten werde!

Man sieht: Das Interesse ist demnach groß!

Sich dessen bewusst, haben Sie, werter Herr Minister Mollers, auf diese Nachfrage hin, auch die ZUSAGE gegeben.

Doch wir haben nicht nur Vertreter des César-Frank-Athenäums eingeladen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ebenfalls sind zur Anhörung und Beratung im Ausschuss III für

 

Unterricht, Ausbildung und Erwachsenenbildung Vertreter des Dachverbands der Fahrzeug-und Führerscheinprüfzentren GOCA asbl zur Anhörung bei uns vor Ort gewesen.

GOCA, meine Damen und Herren, steht, zu Ihrer gutgemeinten Hintergrundinformation, für GROUPEMENT des entreprises agrées pour le CONTRÔlE AUTOMOBILE et le PERMIS de CONDUIRE.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wie Sie wissen oder gar von Ihren Kindern oder aus eigener Erfahrung kennen, gibt es viele Jugendliche, die u.a. aus Kostengründen bzw. Zeitgründen versuchen die theoretische Fahrprüfung abzulegen, ohne zuvor die Fahrschule besucht zu haben.

In Zahlen ausgedrückt handelt es sich hierbei um etwa 80% der Führerscheinanwärter, welche versuchen sich den Theorieunterricht, im wahrsten Sinne des Wortes, ZU SPAREN.

Mit der Option, meine Damen und Herren, darauf verzichten zu können, ist BELGIEN eines von nur sehr wenigen Ländern, wo dies überhaupt möglich ist! Denn in den meisten Ländern ist man als Führerscheinanwärter sogar dazu VERPFLICHTET einem Theoretischen Fahrschulunterricht zu folgen!

In BELGIEN ist man dies erst, nachdem man in der Theorieprüfung bereits 2x durchgefallen ist. Das gleich vorweg.

Was den Fahrschülern entgeht, liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn sie auf den Unterricht verzichten, sind u.a. die wichtigen Anmerkungen und Erläuterungen des Fahrlehrers am Rande, welche den Schüler über die RISIKEN, die der Straßenverkehr mit sich bringen kann, INFORMIERT und SENSIBILISIERT.

Der Theoretische Fahrschulunterricht ermöglicht also, das darf man nicht vergessen, den DIREKTEN DIALOG mit den EXPERTEN. Die Schüler können ihre Fragen stellen und erhalten eine profunde Antwort. Niemand besser als der Fahrschullehrer selbst, kann den anwesenden Schülern als praxisorientierter Wissensvermittler seine Erfahrungen weitergeben.

Ein eigenständiges Lernen und dazu ohne Begleitung, kann zwar zu einem positiven Abschneiden der Prüfung führen, erlaubt es aber nicht die notwendigen praxisnahen Kenntnisse zu besitzen.

Für diejenigen unter Ihnen, die sich nun dennoch die Frage stellen: Warum ist dies denn nun wichtig? Die Erfahrung kommt doch mit der Zeit?!

Die Antwort darauf ist ganz einfach: Wir gehen hier gezielt präventiver vor, wenn wir dafür Sorge tragen, dass die Fahrschüler, unsere Kinder, sich BEWUSST WERDEN, was da eigentlich für eine VERANTWORTUNG auf Sie zukommt, wenn sie sich später hinter das Steuer setzen.

Unfälle, in welche junge Erwachsene, zu Beginn und noch darüber hinaus INVOLVIERT sind, geschehen häufig genug.

Und immer wieder ereignen sich auch tragische Unfälle, bei welchen nicht selten der Alkohol oder die mangelhafte Erfahrung Ursachen allen Übels sind.

Jedes Wochenende liefert uns dazu genügend Gesprächsstoff – oft auch mit mehr als traurigen Ausgang!

Aber wenden wir uns jetzt wieder dem Positiven zu, denn das GUTE an diesem Dekretvorschlag, ist wie ich finde, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass es sich hierbei um ein Konzept handelt, das wirklich im SINNE ALLER JUGENDLICHEN der DG erdacht wurde und ihnen den Weg zur Mobilität einfacher und kostengünstiger machen soll und wird.

Vorgeschlagen wird hier nun also, dass der Theoretische Fahrschulunterricht IN DER SCHULE stattfinden soll, also jener Ort, an welchem die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler am größten ist.

Darüber hinaus wird sich bei diesem vorgeschlagenen Konzept auf eine Idee berufen, die bereits in Flandern erfolgreich ausprobiert worden ist: Hier wurde das Konzept des Theoretischen Fahrschulunterrichtes bereits für insgesamt 700.000 Schüler auf die Beine gestellt, und „JA“ erfolgreich umgesetzt.

 

Was halten wir mit der Idee, den Unterricht im schulischen Rahmen zu realisieren, fest?!

  • Den Wegfall der finanziellen Belastung; eines der wohl stärksten Argumente, im Sinne der Schüler und im Sinne der Chancengleichheit!
  • Mit diesem Konzept schaffen wir außerdem einen GLEICHEN ZUGANG ZUM FÜHRERSCHEIN FÜR ALLE!
  • Auch tragen wir zur besseren Mobilität unserer jungen Bürgerinnen und Bürger bei und verhelfen ihnen zeitgleich dabei sich einen der wichtigsten Voraussetzungen und Vorteile bei der Jobsuche anzueignen, ERGO wir sprechen indirekt auch von einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme!
  • Nicht zu vergessen, ich habe es eben bereits angesprochen, die ALLGEMEINE VERBESSERUNG der VERKEHRSSICHERHEIT durch eine Vertiefung der theoretischen Sachkenntnisse!

Neben der Möglichkeit einen Fahrschulunterricht innerhalb der Schule zu organisieren, schlägt dieser Dekretvorschlag außerdem die Option vor, unabhängig vom Fahrschulunterricht, einen Erste-Hilfe-Kurs in den Unterricht zu integrieren.

Ein Aspekt, den ich ebenfalls betont wissen möchte, da er den Sicherheitsgedanken und die dazugehörige Sensibilisierung aufgreift, im Sinne eines KORREKTEN VERHALTENS am Unfallort.

In Deutschland, wohlbemerkt, zählt der Erste-Hilfekurs bereits als verpflichtender Teil des Theoretischen Fahrschulunterrichtes und der anschließend folgenden Prüfung!

 

Wir halten also fest, werte Kolleginnen und Kollegen, dass es sich bei diesem Dekretvorschlag um ein UNTERRICHTSANGEBOT für den Theoretischen Fahrschulunterricht und den damit verknüpften ODER unabhängigen Erste-Hilfe-kurs handelt. Dies darf die betreffende Schule frei entscheiden.

Den genauen Zeitraum, wann solch ein Kurs stattfinden soll, legt der Dekretvorschlag nicht fest – die Festlegung dessen soll eben der betreffenden Schule freistehen.

Diese stellt im Falle eines Kursangebotes einen Koordinator zur Verfügung, welcher Mitglied des Schulpersonals ist.

Wichtiger Punkt des Dekretvorschlages ist der Abschnitt, welcher die Erstattung der Einschreibegebühr der theoretischen Prüfung betrifft.

Demzufolge soll ein Schüler, welcher an mindestens 90% der Kurse teilgenommen hat, die Rückerstattung der Unkosten der theoretischen Prüfung erhalten, falls er diese innerhalb von 8 WOCHEN ablegt.

Diese soll laut dem vorliegenden Dekretvorschlag in einem Prüfzentrum abgehalten werden, welches durch eine anerkannte Kraftfahrzeugüberwachungsstelle organisiert wurde.

Für das zu organisierende Unterrichtsangebot kann die betreffende Schule bei der Regierung einen Bezuschussungsantrag einreichen. Diese wird dann für einen Teil der Unkosten aufkommen.

Wichtig finde ich darüber hinaus anzumerken, liebe Kolleginnen und Kollegen,

dass die Regierung eine Berechnung bzw. eine Simulation, aufgestellt hat, in welcher sie eine Einschätzung der möglichen Kosten erstellt hat.

Für die Berechnung dieser FINANZSIMULATION wurden Preisangebote unterschiedlicher Fahrschulen eingeholt, wie auch beim Roten Kreuz, für das Fallbeispiel einer Schülergruppe von 30 Schülern.

Der gesamte Fahrschulunterricht würde im Durchschnitt bei 2700€, der Erste-Hilfe-Kurs bei 1800€ liegen.

Für die Prüfungsgebühr wären bei 30 Schülern, 450€ festzuhalten. Für SONSTIGES Material wurde ein Betrag von 400€ vermerkt.

Kurzum: Die GESAMTSUMME beliefe sich somit auf rund 5350€, was 178€ pro Schüler ausmachen würde.

178 €, die wie wir finden eine gute Investition in die Ausbildung unserer Jugend sind.

Hierbei gilt es zu betonen, dass es sich um eine Simulation handelt und die realistischen Zahlen erst nach rund einem Jahr der Erfahrung, logisch, abgeschätzt werden können.

Meine Damen und Herren,

die Jugend ist das Querschnittsthema unseres Regionalen Entwicklungskonzeptes,

die Jugend von heute, ist, die Zukunft von morgen,

und der vorliegende Dekretvorschlag verhilft unseren Jugendlichen, halten wir es nochmal fest:

  • sich den Risiken des Verkehrs BEWUSST zu werden …
  • es dient der Prävention und der SENSIBILISIERUNG im Straßenverkehr.

Die Unfallstatistiken und Ereignisse in der Presse zeigen es immer wieder:

  • Sensibilisierung KANN es nicht genug geben. Und auf die Frage unserer Kinder:

„Was muss ich tun am UNFALLSORT?“ sollen sie in Zukunft eine klare Antwort wissen!

 

Und dies für 178 € pro Teilnehmer…wahrlich ein Klacks, oder…

All DAS ist in diesem vorliegenden Dekretvorschlag festgehalten.

Wenn wir dies gutheißen, FAHREN WIR im Sinne des Wortes RICHTIG, liebe Kolleginnen und Kollegen,

dann sind wir auf dem richtigen Weg!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit! »

 

Bilderrahmen-TitelGFreches2014_2

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